Insilico und Servier kooperieren bei AI-gestützter Krebsmedikamentenentwicklung
Insilico Medicine hat eine mehrjährige Forschungs- und Entwicklungs-Kooperation mit dem französischen Pharmaunternehmen Servier angekündigt, die bis zu 888 Millionen US-Dollar umfassen könnte. Ziel der Zusammenarbeit ist die Identifizierung und Entwicklung neuartiger Therapeutika für schwierige Zielstrukturen im Bereich der Onkologie. Dabei nutzt Servier Insilicos proprietäre KI-Plattform Pharma.AI, um potenzielle Wirkstoffkandidaten schneller und effizienter zu entdecken. Insilico erhält bis zu 32 Millionen US-Dollar an Vorleistungen und kurzfristigen Forschungszahlungen und übernimmt die KI-gestützte Entdeckung und frühe Entwicklung. Servier übernimmt hingegen die Kosten für die klinische Prüfung und die spätere Markteinführung. Die Partnerschaft unterstreicht Serviers Engagement für innovative Technologien zur Lösung unerfüllter medizinischer Bedürfnisse und veranschaulicht das Vertrauen in Insilicos KI-Plattform, die bereits in mehreren klinischen Studien eingesetzt wird. Insilico verfügt über eine solide Onkologie-Pipeline, darunter die potenziell best-in-class-pan-TEAD-Inhibitor ISM6331 und der MAT2A-Inhibitor ISM3412, die beide in globalen, multizentrischen Phase-I-Studien sind. Zudem wurden vier weitere Onkologie-Programme an Partner lizenziert, wobei mehrere bereits in der klinischen Phase sind. Durch die Integration von KI und Automatisierung hat Insilico die Effizienz der präklinischen Entwicklung erheblich gesteigert: Während traditionelle Entwicklungsprozesse durchschnittlich 4,5 Jahre dauern, hat das Unternehmen zwischen 2021 und 2024 20 präklinische Kandidaten innerhalb von nur 12 bis 18 Monaten identifiziert – mit lediglich 60 bis 200 synthetisierten Molekülen pro Programm. Die Firma, die am 30. Dezember 2025 an der Hongkonger Börse unter der ISIN 03696.HK notiert ist, setzt auf die KI-gestützte Revolution in der Arzneimittelentwicklung und strebt eine Zukunft an, in der KI-Agenten selbst experimentelle Entwürfe entwerfen und Entscheidungen treffen können, was einen zyklischen Fortschritt in der Sicherheit, Geschwindigkeit und Intelligenz der Arzneimittelentwicklung ermöglichen soll. Die Plattform Pharma.AI wird zudem in anderen Bereichen wie Materialwissenschaften, Landwirtschaft und Veterinärmedizin eingesetzt. Industriebeobachter sehen in der Kooperation ein klares Zeichen für die zunehmende Reife von KI in der pharmazeutischen Forschung. Die Zusammenarbeit mit einem etablierten, unabhängigen Pharmaunternehmen wie Servier stärkt die Glaubwürdigkeit von Insilico und unterstreicht, dass KI-Technologien nicht mehr nur im Labor, sondern in der praktischen, kommerziellen Arzneimittelentwicklung an Bedeutung gewinnen. Insilico gilt als Pionier in der KI-gestützten Arzneimittelentwicklung und hat sich insbesondere in der Onkologie etabliert. Die Firma verfügt über tiefgreifende interne Kompetenzen in KI, Molekularbiologie und präklinischer Forschung, was ihre Fähigkeit zur schnellen Kandidatensuche und -validierung erklärt. Die 888-Millionen-Dollar-Partnerschaft könnte die Skalierung von KI-geführten Entwicklungsansätzen in der Onkologie beschleunigen und neue Standards für die Branche setzen.
