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Anthropic zahlt 1,5 Milliarden Dollar an Autoren für Urheberrechtsverletzungen durch KI-Training

Anthropic hat sich auf eine historische Klage gegen Autoren und Verlage geeinigt, die behaupteten, das KI-Unternehmen habe Millionen urheberrechtlich geschützter Bücher illegal verwendet, um seine KI-Chatbot-Plattform Claude zu trainieren. Laut einem Gerichtsakt soll Anthropic mindestens 1,5 Milliarden US-Dollar zahlen, um die Klage zu schlichten – eine Summe, die nach Angaben des Anwalts der Klägerin, Justin Nelson, die größte jemals in der Geschichte des US-Urheberrechts sei. Die Zahlung beträgt etwa 3.000 Dollar pro Buch und wird in vier Tranchen über einen Zeitraum von zwei Jahren ausgezahlt, beginnend mit 300 Millionen Dollar innerhalb von fünf Tagen nach der vorläufigen Gerichtsbestätigung. Die Klage, Bartz gegen Anthropic, wurde 2023 vor dem Bundesgericht für den Nordwesten Kaliforniens eingereicht und behauptete, dass Anthropic Bücher aus sogenannten „Shadow Libraries“ wie Library Genesis und Pirate Library Mirror illegal heruntergeladen und kommerziell genutzt habe. Obwohl ein US-Bundesrichter im Juni entschied, dass die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke zur KI-Trainingszwecken unter dem sogenannten „Fair Use“-Grundsatz zulässig sei – da die KI nicht die Originalwerke reproduziere, sondern kreativ neue Inhalte generiere –, ordnete er dennoch einen Prozess an, um zu prüfen, ob die Aufbewahrung der Daten in einem zentralen „Digitalarchiv“ der Firma Urheberrechte verletze. Die Kläger argumentierten, dass Anthropic bewusst piratierte Inhalte genutzt habe, anstatt die Bücher legal zu erwerben. Die neue Einigung löst die verbleibenden Ansprüche ab, ohne dass ein Gerichtsprozess stattfinden muss. Anthropic betont in einer Stellungnahme, dass der Gerichtsbeschluss aus Juni eine wichtige Präzedenz für die Entwicklung sicherer KI-Systeme sei und dass die Firma weiterhin daran arbeite, Technologien zu schaffen, die Menschen und Organisationen unterstützen. Die Firma, die kürzlich eine Finanzierungsrunde von 13 Milliarden Dollar abgeschlossen und eine Bewertung von 183 Milliarden Dollar erreicht hat, weist darauf hin, dass die Zahlung lediglich die rechtliche Folge des illegalen Downloads sei, nicht der KI-Trainingsprozess selbst. Die Klage ist Teil einer größeren Welle von Rechtsstreitigkeiten zwischen KI-Unternehmen und Urhebern, die sich gegen die Nutzung ihres Inhalts zur KI-Trainingszwecke wehren. Andere Unternehmen wie OpenAI, Meta, Microsoft und Reddit stehen ebenfalls vor ähnlichen Klagen. Die Entscheidung in der Anthropic-Klage könnte als Referenzpunkt für zukünftige Fälle dienen, obwohl die Einigung keine bindende Rechtsprechung darstellt. Experten warnen, dass die Urheberrechtslage im digitalen Zeitalter dringend modernisiert werden müsse, da die bestehenden Regelungen seit 1976 kaum aktualisiert wurden. Während die Autoren nun eine erhebliche finanzielle Entschädigung erhalten, bleibt die Kritik bestehen: Die Summe sei zwar hoch, aber im Kontext der Milliardenwerte, die KI-Unternehmen erzielen, eher ein „kleiner Strafzettel“. Die Debatte um die ethische und rechtliche Verwendung urheberrechtlich geschützter Inhalte im KI-Zeitalter bleibt weiterhin offen.

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