AI-Boom treibt Infrastrukturaktien an: Lumentum, Western Digital, Micron, Seagate und Celestica steigen deutlich
Seit Beginn des Jahres haben fünf Infrastrukturaktien, die eng mit dem KI-Boom verknüpft sind, mehr als verdreifacht. Lumentum aus San Jose, Kalifornien, hat seinen Umsatz im letzten Quartal um 58 % auf 533 Millionen US-Dollar gesteigert und den Aktienkurs um 361 % nach oben getrieben, wodurch der Marktwert die 27-Milliarden-Dollar-Marke überschritten hat. Der CEO, Michael Hurlston, betonte, dass 60 % des Umsatzes nun aus Cloud- und KI-Infrastruktur stammen, insbesondere aus optischen Transceivern und Laserchips für Datenzentren. Die Nachfrage steigt, da KI-Server mehrere GPUs pro Rack erfordern, die über optische Verbindungen miteinander kommunizieren müssen – ein Trend, der sich auf Rack-zu-Rack- und sogar Datenzentrum-zu-Datenzentrum-Verbindungen ausweitet. Analysten erwarten für das laufende Jahr eine Umsatzsteigerung um 58 %, danach jedoch eine Verlangsamung auf 32 % und 15 %. Western Digital, einer der drei großen Festplattenhersteller, hat seinen Aktienkurs um 296 % gesteigert. Der Umsatz stieg im letzten Quartal um 27 % auf 2,82 Milliarden US-Dollar. CEO Irving Tan betont, dass Festplatten (HDDs) die kosteneffizienteste, skalierbare und zuverlässige Speicherlösung für KI-Daten sind – beispielsweise für medizinische KI-Systeme, die Milliarden von Bildern analysieren. Die Firma spaltete im Februar ihren Flash-Geschäftsteil in die unabhängige Firma Sandisk aus, die nun einen Marktwert von rund 35 Milliarden US-Dollar hat. Analysten prognostizieren für 2026 ein Wachstum von 23 %, danach 13 % und 2027 nur noch 13 %. Micron, der einzige große Speicherchip-Hersteller mit Sitz in den USA, verzeichnete ein Umsatz- und Gewinnplus, das Wall Street weit übertraf. Der Aktienkurs stieg um 228 %. CEO Sumit Sadana gab an, dass das Unternehmen „mehr als ausverkauft“ sei. Um die Nachfrage nach KI-Speicher zu decken, wurde die Konsumsparte eingestellt. Analysten von Morgan Stanley würdigten die Ergebnisse als die beste Umsatz- und Gewinnsteigerung in der Geschichte der US-Semiconductor-Industrie – nur hinter Nvidia. Der Umsatz soll sich bis August fast verdoppeln, danach jedoch stark abschwächen auf 24 % und weniger als 1 % im Jahr 2028. Seagate, der ebenfalls stark von der KI-Nachfrage profitiert, steigerte seinen Umsatz um 21 % auf 2,63 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal. 80 % der Verkäufe gehen an den Datenzentrum-Markt. CEO Dave Mosley erklärte, dass KI die Wertschätzung von Daten und Speicher erhöht. Analysten von Bank of America sehen keine Lagerbestände bei Seagate, da Nachfragen sofort aufgegriffen werden – oft über Build-to-Order-Verträge mit festen Volumen- und Preisvereinbarungen. Die Erwartungen liegen bei 21 % Wachstum in diesem Jahr, dann 15 % und 6 % in den Folgejahren. Diese Unternehmen profitieren von einer strukturellen Verschiebung: KI erfordert nicht nur Rechenleistung, sondern auch massive Speicher- und Übertragungsinfrastruktur. Die Nachfrage nach optischen Komponenten, Festplatten und Speicherchips ist exponentiell gestiegen – ein Trend, der sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen dürfte, wenn auch mit verlangsamtem Tempo. Die Marktkapitalisierung dieser Unternehmen zeigt, dass Investoren die langfristige Bedeutung dieser Infrastruktur für den KI-Ausbau erkennen.
