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Lemon Slice erhält 10,5 Mio. USD, um AI-Avatare mit Video-Technologie zu entwickeln

Lemon Slice, ein neues Startup, das digitale Avatare mit KI-Technologie entwickelt, hat 10,5 Millionen US-Dollar in einer Seed-Runde gesammelt, unterstützt von Matrix Partners, Y Combinator, Dropbox-CTO Arash Ferdowsi, Twitch-Chef Emmett Shear und den Chainsmokers. Das Unternehmen, gegründet 2024 von Lina Colucci, Sidney Primas und Andrew Weitz, setzt auf eine eigene, allgemein einsetzbare Diffusions-Modell-Plattform namens Lemon Slice-2, die aus einer einzigen Bildquelle realistische, interaktive Videoavatare generiert. Im Gegensatz zu bisherigen Text-basierten KI-Agenten oder starr wirkenden Avataren soll das System in Echtzeit mit 20 Bildern pro Sekunde arbeiten und auf einer einzigen GPU lauffähig sein. Die Avatare können in unterschiedlichen Rollen eingesetzt werden – von Kundenservice und Sprachlernhilfe bis hin zu psychologischer Unterstützung – und sind anpassbar: Hintergrund, Erscheinung und Stil lassen sich jederzeit ändern. Die Stimmen stammen von der KI-Plattform ElevenLabs. Lemon Slice betont, dass es sich von bestehenden Lösungen abhebt, die oft als unheimlich, steif oder künstlich empfunden werden. Die KI-Modelle sollen die sogenannte „uncanny valley“ überwinden, indem sie nicht nur menschliche, sondern auch fiktive oder abstrakte Charaktere generieren können. Die Technologie basiert auf einem video-orientierten Diffusions-Transformer, der demselben Ansatz folgt wie OpenAIs Sora oder Google’s Veo3, wodurch ein endlos skalierbarer Leistungsansatz möglich ist. Laut Y-Combinator-Partner Jared Friedman ist Lemon Slice die einzige Firma, die eine allgemeine, end-to-end-Modellarchitektur nutzt, die das „Avatar-Turing-Test“ überwinden könnte. Matrix-Partner Ilya Sukhar sieht Potenzial in Bereichen, in denen visuelle Inhalte dominieren – wie YouTube-Lernen – und begrüßt den technischen Ansatz und die Erfahrung des Teams in der praktischen Entwicklung von ML-Produkten. Die Plattform ist über eine API und ein einfaches Widget integrierbar, das mit nur einer Codezeile in Websites eingebunden werden kann. Obwohl konkrete Kunden nicht genannt werden, arbeitet Lemon Slice an Anwendungen in Bildung, Sprachlernplattformen, E-Commerce und Unternehmensschulungen. Trotz des harten Wettbewerbs – mit Playern wie D-ID, HeyGen, Synthesia, Genies und Soul Machine – setzt das Startup auf technologische Differenzierung und Skalierbarkeit. Mit acht Mitarbeitern plant das Team, die Mittel für die Rekrutierung von Entwicklern und Marketing-Experten sowie die Abdeckung der hohen Rechenkosten für Modelltrainings zu nutzen. Die Vision: KI-avatare, die nicht nur sehen, sondern auch glaubwürdig interagieren – und so die Zukunft der digitalen Interaktion verändern.

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