FTC untersucht Instacarts KI-Preissystem – Aktien fallen
Der US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) untersucht nach Angaben zweier mit der Angelegenheit vertrauter Quellen das KI-gestützte Preissystem von Instacart. Die Ermittlungen richten sich auf die Praxis, bei der der Lebensmittele-Plattform-Service mithilfe künstlicher Intelligenz die Preise für Produkte in Echtzeit anpasst, was in der Vergangenheit Kritik hervorgerufen hatte. Laut den Quellen geht es insbesondere um die Transparenz der Preisgestaltung, mögliche Preisdiskriminierungen und die Auswirkungen auf Verbraucher, insbesondere in Bezug auf regionale Unterschiede und Nutzerprofile. Instacart nutzt das System, um Angebote dynamisch zu optimieren – etwa auf Basis von Nachfrage, Lagerbeständen oder Liefergebieten – doch diese Dynamik hat zu Beschwerden geführt, dass Kunden unterschiedliche Preise für dieselben Produkte sehen, ohne erkennbaren Grund. Die Untersuchung steht im Zusammenhang mit zunehmenden Bedenken über die ethische und wettbewerbsrechtliche Verwendung von KI in der E-Commerce-Branche. Kritiker befürchten, dass solche Algorithmen zu unsichtbaren Preisanpassungen führen können, die Verbraucher benachteiligen, ohne dass diese dies nachvollziehen können. Die FTC ermittelt nun, ob Instacart gegen das Verbraucherschutzgesetz verstoßen könnte, insbesondere im Hinblick auf faire und transparente Preisgestaltung. Die Ermittlungen sind Teil eines breiteren Schwerpunkts der Behörde auf digitale Geschäftspraktiken, die durch KI beeinflusst werden. Im Zuge der Nachrichtenentwicklung fiel der Aktienkurs von Instacart um mehr als 5 Prozent, was auf Sorge der Investoren hindeutet, dass die Ermittlungen möglicherweise zu finanziellen oder rechtlichen Konsequenzen führen könnten. Instacart selbst hat bisher keine offizielle Stellungnahme abgegeben, verweist aber auf seine Bemühungen, die Transparenz und Fairness der Preissysteme zu gewährleisten. Die Firma betont, dass die KI-Modelle auf datenbasierten Entscheidungen basieren und keine personalisierten Preise für bestimmte Nutzer erzeugen. Branchenexperten sehen die Ermittlungen als Indiz für eine wachsende Aufsicht über KI-Systeme in der digitalen Wirtschaft. „Die FTC reagiert auf ein klares Muster: Wenn KI-Systeme zu unerklärlichen oder diskriminierenden Preisen führen, muss die Behörde eingreifen“, sagte eine Analytikerin von einem Technologie-Thinktank. Instacart, gegründet 2012 und mittlerweile mit einer Bewertung von über 10 Milliarden US-Dollar, ist einer der führenden Anbieter von Lebensmitteleinkäufen per App in den USA. Die Firma hat sich in den letzten Jahren stark auf die Automatisierung und den Einsatz von KI bei Logistik und Preisgestaltung konzentriert, was ihr Wachstum beschleunigte, aber auch neue regulatorische Herausforderungen mit sich brachte. Die aktuelle Untersuchung könnte einen Präzedenzfall für die Regulierung von KI in der digitalen Wirtschaft setzen.
