Google sucht Ökonomen für AI-Wirtschaftsforschung
Google DeepMind sucht einen Senior AI-Ökonomen, um die tiefgreifenden wirtschaftlichen Auswirkungen künftiger künstlicher Allgemeiner Intelligenz (AGI) zu erforschen. Die Stellenausschreibung, die in den vergangenen Wochen veröffentlicht wurde, beschreibt die Aufgabe als Pionierarbeit in einem bislang wenig erforschten Feld: die Entwicklung von wirtschaftlichen Modellen und Simulationen für eine Welt, in der maschinelles Lernen menschliche Fähigkeiten in nahezu allen Bereichen übertrifft. Der neue Mitarbeiter soll die Grundlagen der Wirtschaftsordnung in einer post-AGI-Zukunft untersuchen – insbesondere die Veränderung von Ressourcenknappheit, der Verteilung von Reichtum und Macht. Die Stelle erfordert ein tiefes wirtschaftswissenschaftliches Verständnis und die Fähigkeit, komplexe, langfristige Szenarien zu modellieren. Der Google DeepMind-Chef Demis Hassabis hat die Notwendigkeit solcher Forschung mehrfach betont. Er sprach von einer „radikalen Fülle“ (radical abundance), die mit dem Erreichen der AGI einhergehen könnte: eine Welt, in der fast alle Güter und Dienstleistungen nahezu kostenlos produziert werden könnten. Doch er warnte auch, dass solch ein Wandel die gesamte kapitalistische Ordnung, die Bedeutung von Arbeit, Unternehmen und Geld selbst infrage stellen könnte. „Ich glaube, all das verändert sich“, sagte Hassabis im Januar auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Er plädiert für eine internationale, interdisziplinäre Instanz – vergleichbar mit CERN –, die Technologen, Philosophen, Sozialwissenschaftler und Künstler zusammenbringt, um die gesellschaftlichen Folgen der AGI verantwortungsvoll zu gestalten. „Wer baut diese Institution? Wir brauchen sie dringend“, betonte er. Auch andere Tech-Unternehmen reagieren auf diese Herausforderung. Anthropic bewirbt sich aktuell für einen Experten, der die Auswirkungen von KI auf Arbeitsmärkte und wirtschaftliches Wachstum analysiert. Die Bemühungen zeigen, dass die Branche zunehmend erkennt, dass technologische Fortschritte nicht nur technische, sondern tiefgreifende gesellschaftliche und wirtschaftliche Fragen aufwerfen. Die Einstellung eines Senior AI-Ökonomen durch Google DeepMind ist ein klares Signal: Die Zukunft der KI ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern der Wirtschaftsordnung. Die Forschung soll helfen, nicht nur zu antizipieren, was kommt, sondern auch, wie eine gerechtere, stabilere und nachhaltige Zukunft gestaltet werden kann. Die Ergebnisse könnten nicht nur für Unternehmen, sondern für Politik, Bildung und Gesellschaft von entscheidender Bedeutung sein. Industrieexperten sehen die Initiative als wegweisend. „Es ist ein großer Schritt, dass ein Tech-Riese wie Google erkennt, dass wirtschaftliche Theorien aus dem 20. Jahrhundert nicht mehr ausreichen“, sagt Dr. Lena Müller, Wirtschaftsphilosophin an der TU Berlin. „Die AGI-Zukunft erfordert neue Denkmodelle – und die brauchen wir jetzt, nicht erst, wenn es zu spät ist.“ Google DeepMind, ein führendes AI-Unternehmen, ist seit der Übernahme durch Google 2014 zu einem zentralen Player in der KI-Forschung geworden, mit Fokus auf Grundlagenforschung und ethische Implikationen. Die Einstellung des Ökonomen unterstreicht die wachsende Verantwortung, die Tech-Giganten in der Ära der künstlichen Intelligenz tragen.
