Chinas Kung-Fu-Roboter zeigen rasanten Industrieaufschwung
In diesem Jahr überraschte China die Welt mit einem beeindruckenden Auftritt von humanoiden Robotern beim traditionellen Frühlingsfest-Gala, einem der meistgesehenen Fernsehereignisse Chinas, das oft mit dem US-amerikanischen Super Bowl verglichen wird. Die Show präsentierte Roboter von Unitree Robotics, einem chinesischen Startup, die mit akrobatischen Künsten wie Rückwärtssprüngen, Schwerthieben und Nunchaku-Performance in einer synchronisierten Kung-Fu-Aufführung vor Kindertänzern agierten. Besonders auffällig war eine Sequenz im Stil des „Betrunkenen Boxens“ – einer traditionellen chinesischen Kampfkunst – bei der die Roboter schwankten, stürzten und wieder aufstanden, was erhebliche Fortschritte in der Bewegungssteuerung und Koordination zeigte. Im Vergleich zur vergangenen Gala, bei der die Roboter noch einfache Volkstänze ausführten, markiert dieser Auftritt einen signifikanten Sprung in der technischen Entwicklung. Neben Unitree waren auch andere chinesische Roboterunternehmen wie MagicLab, Galbot und Noetix in verschiedenen Segmenten der Gala vertreten. Auf sozialen Medien wie RedNote verbreiteten sich rasch Videos, die die Begeisterung der Zuschauer dokumentieren. Ein Nutzer, Ma Xiao, bemerkte, dass die Roboter inzwischen „Kung-Fu, Sprünge und synchronisierte Tänze“ beherrschen – eine Entwicklung, die „jeden schockiert“. Ein weiterer User berichtete, dass drei Amerikaner bei der Betrachtung des Auftritts „erschrocken“ waren, was auf die globale Wahrnehmung der raschen technologischen Fortschritte Chinas hindeutet. Unitree-Chef Wang Xingxing kündigte an, dass das Unternehmen in diesem Jahr bis zu 20.000 Roboter ausliefern könnte – ein deutlicher Anstieg gegenüber den etwa 5.500 Einheiten im Jahr 2025. Experten schätzen, dass weltweit in diesem Jahr „Zehntausende“ humanoider Roboter ausgeliefert werden könnten, wobei Unitree einen bedeutenden Anteil beisteuern könnte. China positioniert sich damit als führende Kraft im globalen Robotikwettbewerb, unterstützt durch staatliche Initiativen wie die Einführung eines neuen Bachelor-Studienfachs in „embodied intelligence“ an Eliteuniversitäten, das KI und Robotik verbindet. Trotz der beeindruckenden Fortschritte gibt es Herausforderungen: XPengs Iron-Roboter stürzte bei seiner ersten öffentlichen Präsentation, und ein Unitree-Roboter kickte kürzlich versehentlich einen Ingenieur. Auch bei einem Halbmarathon in Peking im vergangenen Jahr stürzten Roboter während eines Wettbewerbs gegen Menschen. Doch wie XPengs CEO He Xiaopeng betonte: „Das ist Teil des Lernens, wie man geht.“ Die Leistungen bei der Frühlingsfest-Gala unterstreichen nicht nur technologische Fortschritte, sondern auch Chinas strategische Ambitionen im Bereich der Robotik. Mit starkem staatlichem und privatem Engagement sowie einer wachsenden Innovationskultur könnte China in den kommenden Jahren einen entscheidenden Einfluss auf die globale Entwicklung humanoider Roboter ausüben.
