Trump verzögert KI-Sicherheits-Erlass
US-Präsident Donald Trump hat die Unterzeichnung einer vielbeachteten Exekutivverordnung zur KI-Sicherheit vorerst verschoben. Die Verordnung sah ursprünglich vor, dass die US-Regierung fortschrittliche KI-Modelle vor ihrer offiziellen Veröffentlichung Sicherheitsbewertungen unterziehen muss. Trump erklärte jedoch, einige Bestimmungen könnten die führende Position der USA im Bereich künstlicher Intelligenz gefährden. In einem Interview mit Weißen-Haus-Journalisten äußerte er Unzufriedenheit über Teile der Verordnung und betonte: „Wir führen China an, wir führen alle anderen an – ich möchte nichts tun, was diese Führungsposition beeinträchtigt.“ Er fügte hinzu, bestimmte Formulierungen im Dokument könnten als Hindernis wirken. Laut mehreren Medienberichten gab es einen weiteren informellen Grund für das Zögern bei der Unterschrift: Viele CEOs von Technologieunternehmen konnten nicht innerhalb kurzer Zeit nach Washington reisen, um an der Zeremonie teilzunehmen. Da das Weiße Haus üblicherweise Führungskräfte aus der Branche zu solchen Veranstaltungen einlädt, wird angenommen, dass dies den Zeitplan beeinflusst hat. Nach zuvor veröffentlichten Informationen sollte die Verordnung Behörden wie dem Büro des National Directors of Cyberspace ermächtigen, Prüfmechanismen für KI-Modelle einzurichten, wobei der Schwerpunkt auf potenziellen Risiken im Bereich der Netzwerksicherheit lag. Diese Diskussionen wurden teilweise durch Bedenken ausgelöst, die gegen Modelle wie Anthropics Mythos oder OpenAIs GPT-5.5 Cyber bestehen. Solche Systeme gelten als in der Lage, Sicherheitslücken schnell zu identifizieren und auszubeuten, wodurch neue Risiken für Cyberangriffe entstehen könnten. Darüber hinaus war eine zentrale Streitfrage in der Entwurfsversion der Verordnung die Anforderung, dass KI-Firmen ihre fortschrittlichen Modelle zwischen 14 und 90 Tagen vor deren offizieller Freigabe frühzeitig mit der Regierung teilen müssen, damit Sicherheitsbewertungen durchgeführt werden können. Einige Branchenexperten befürchten, dass dies die Entwicklungs- und Release-Prozesse der Unternehmen belastet sowie Probleme im Zusammenhang mit der Offenlegung geschäftskritischer Geheimnisse verursachen könnte.
