Anthropic vorbereitet sich auf riesige Börsennotierung im Wettlauf mit OpenAI
Anthropic, der KI-Startup hinter dem beliebten Chatbot Claude, befindet sich laut Financial Times in frühen Gesprächen über eine der größten Börseneinführungen aller Zeiten, möglicherweise bereits im nächsten Jahr. Der Unternehmen hat laut zwei Informanten die Anwaltskanzlei Wilson Sonsini Goodrich & Rosati engagiert, die bereits bei bedeutenden Tech-IPOs wie Google, LinkedIn und Lyft beteiligt war. Parallel dazu verhandelt Anthropic über eine private Finanzierungsrunde, die das Unternehmen auf über 300 Milliarden Dollar bewerten könnte – inklusive eines gemeinsamen Zuschusses von 15 Milliarden Dollar durch Microsoft und Nvidia. Auch Gespräche mit großen Investmentbanken sollen stattgefunden haben, wurden jedoch als vorläufig und informell beschrieben. Die potenzielle Börsennotierung würde Anthropic in eine direkte Konkurrenz mit OpenAI bringen, dem Entwickler von ChatGPT, der ebenfalls an einer Börsenplattform arbeitet. Beide Unternehmen stehen im Zentrum der Debatte um die Nachfrage nach verlustbringenden KI-Startups, während Bedenken über eine mögliche KI-Blase wachsen. Ein Sprecher von Anthropic betonte, es sei „üblich für Unternehmen in unserem Maßstab und Umsatzniveau, sich so zu verhalten, als ob sie bereits börsennotiert wären“, und betonte, dass noch keine Entscheidungen über Zeitpunkt oder die Notwendigkeit einer Börsennotierung getroffen wurden. CNBC konnte weder Anthropic noch Wilson Sonsini kontaktieren. Laut einem der Quellen hat Anthropic interne Vorbereitungen für eine mögliche Börsennotierung getroffen, ohne jedoch Details zu nennen. Die Berichterstattung folgt auf eine Reihe von Veränderungen innerhalb des Unternehmens, darunter die Einstellung von Krishna Rao, ehemaliger Executive bei Airbnb, der maßgeblich an dessen IPO 2020 beteiligt war. Zuvor hatte CNBC berichtet, dass Anthropic nach Investitionen von bis zu 5 Milliarden Dollar durch Microsoft und 10 Milliarden Dollar durch Nvidia auf einen Wert von bis zu 350 Milliarden Dollar geschätzt wurde. Um OpenAI zu überholen, hat Anthropic zudem einen aggressiven Ausbau seiner KI-Infrastruktur angekündigt – inklusive eines 50-Milliarden-Dollar-Projekts mit Rechenzentren in Texas und New York sowie einer Verdoppelung seiner internationalen Mitarbeiterzahl. Laut einem FT-Quelle sind Investoren begeistert von der möglichen IPO und sehen darin eine Chance, OpenAI den Vorsprung zu nehmen. Die potenzielle Börseneinführung von Anthropic markiert einen Wendepunkt im Wettlauf um die Vorherrschaft im KI-Sektor. Experten sehen darin ein Zeichen dafür, dass KI-Unternehmen zunehmend als etablierte Tech-Player wahrgenommen werden, auch wenn sie weiterhin Verluste machen. Analysten warnen jedoch vor einer Überbewertung, insbesondere bei Startups, die auf massive Investitionen angewiesen sind, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Anthropic, gegründet 2021 von Dario Amodei und seiner Familie, gilt als einer der führenden Akteure im Bereich verantwortungsvoller KI und hat sich durch strenge Sicherheitsstandards und transparente Forschungspraktiken abgehoben. Mit starken Rückhalt durch Microsoft und Nvidia ist das Unternehmen gut positioniert, um eine große IPO-Performance zu erzielen – sollte es dazu kommen. Die Entscheidung könnte auch Einfluss auf die Zukunft anderer KI-Startups haben, die ähnliche Pläne verfolgen.
