Chinesischer Roboter stürzt bei Debüt – CEO vergleicht mit Lernprozess von Kindern
Ein chinesischer humanoider Roboter namens IRON stürzte bei seiner öffentlichen Premiere in einem Einkaufszentrum im Süden Chinas face-first auf die Bühne. Der Roboter, entwickelt von XPeng Motors, hatte zuvor durch seinen ungewöhnlich leichten, fast catwalk-artigen Gang Aufmerksamkeit erregt. Bei der Show trat er selbstbewusst auf die Bühne, ging auf die Zuschauer zu und hob den Arm – doch kurz darauf verlor er das Gleichgewicht und stürzte. Zuschauer reagierten mit erschrockenen Ausrufen, während Mitarbeiter schnell eingriffen, um den Roboter aufzurichten. Der Veranstalter versuchte, die Stimmung zu beruhigen, und betonte, dass Roboter wie Menschen „Rückschläge überwinden“ müssten, um Fortschritte zu machen. XPeng-Chef He Xiaopeng reagierte auf der sozialen Plattform Weibo mit einem vergleichenden Statement: Der Sturz erinnere ihn an „Kinder, die lernen, zu laufen“. Nach einem Sturz würden sie sich aufrichten, um dann weiterzulaufen – und schließlich zu rennen. Die Aussage wurde als versöhnliche, menschliche Metapher interpretiert, die die Entwicklung von Robotik als lernprozessual begreift. XPeng, ursprünglich als Hersteller von Elektrofahrzeugen bekannt, expandiert seit einigen Jahren in neue Bereiche wie Flugfahrzeuge und Robotik. Die Firma betont, dass der Wettbewerb im Transportsektor zunehmend heftig wird – in einer internen Mitteilung Ende 2024 sprach He Xiaopeng von einem „Ausschlussprozess“ im Elektrofahrzeugmarkt zwischen 2025 und 2027. Die Roboterentwicklung ist Teil dieser strategischen Diversifikation. Der Sturz ist nicht isoliert: Im April des Vorjahres stürzten mehrere chinesische Humanoid-Roboter bei einem Halbmarathon in Peking, als sie gegen Menschen antraten. Kürzlich hatte ein Roboter von Unitree einen Ingenieur beim Test in den Unterleib getreten. Solche Vorfälle lösten auf sozialen Medien heftige Reaktionen aus. Auf RedNote erreichte das Thema „XPeng-Roboter stürzt bei Debüt und wird abtransportiert“ binnen Tagen rund 10 Millionen Aufrufe. Nutzer spotteten über die Unzulänglichkeiten – „Was, wenn du stürzt? Kannst du dich nicht selbst aufheben?“ – oder fanden humorvolle Parallelen: „Genau wie ich, wenn ich um 8 Uhr zur Vorlesung renne und fast stürze.“ Die Episode zeigt, dass die Entwicklung humanoider Roboter noch in einer frühen, fehlerbehafteten Phase steckt. Dennoch wird die Technologie in China mit großem öffentlichen Interesse und strategischem Fokus verfolgt. Experten sehen die Stürze nicht als Misserfolg, sondern als notwendigen Teil des Lernprozesses. Für XPeng und andere Unternehmen ist der Weg zu selbstständigen, stabilen Robotern noch lang – aber die Bereitschaft, Fehlschläge öffentlich zu zeigen, unterstreicht die Ambition, Innovation durch Transparenz voranzutreiben.
