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KI-CEO: Menschliche Datenarbeit bleibt für Jahrzehnte nötig

Der CEO von Invisible Technologies, Matt Fitzpatrick, hat in einem jüngst veröffentlichten Episoden des „20VC“-Podcasts klare Worte zur Zukunft der künstlichen Intelligenz und der Rolle menschlicher Datenannotation gesprochen. Er widerspricht der weit verbreiteten Annahme, dass synthetische Daten in wenigen Jahren die menschliche Beteiligung bei der Trainingsdatenbereitstellung ersetzen werden. Laut Fitzpatrick, der vor seinem Wechsel zu Invisible Technologies als Senior Partner bei McKinsey und Leiter von QuantumBlack Labs tätig war, ist diese Erwartung nicht realistisch. „Wenn ich vor einem Jahr diese Rolle angetreten habe, war der häufigste Einwand, dass synthetische Daten in zwei bis drei Jahren die menschliche Rückmeldung überflüssig machen würden. Aus grundlegenden Überlegungen heraus ergibt das jedoch wenig Sinn“, sagte er. Synthetische Daten, also künstlich generierte Informationen, werden zunehmend genutzt, um KI-Modelle zu trainieren, besonders dann, wenn echte Daten fehlen, sensibel sind oder aus Datenschutzgründen nicht verwendbar sind. Doch Fitzpatrick betont, dass die Vielfalt und Komplexität der Aufgaben, die KI bewältigen muss – etwa im Rechtsbereich mit vertraulichen, kulturell und sprachlich nuancierten Inhalten – eine menschliche Einschätzung erfordern. „Auf der Seite der generativen KI werden Menschen in der Schleife noch Jahrzehnte lang benötigt“, so Fitzpatrick. Diese Einschätzung teilen auch andere Führungskräfte der Branche: So betonte der CEO von Mercor, Brendan Foody, im September die entscheidende Rolle der Datenqualität und der Wertschätzung der Mitarbeiter. Ähnlich äußerte sich Garrett Lord, CEO von Handshake, der im Juli erklärte, dass die Branche von allgemeinen Fachkräften zu hochspezialisierten Experten in Bereichen wie Mathematik, Naturwissenschaften und kultureller Nuance wechselt. „Die Modelle haben mittlerweile fast das gesamte Internet, alle Bücher und Videos aufgesogen. Sie sind gut genug, dass allgemeine Fachkräfte nicht mehr ausreichen“, sagte er. Invisible Technologies, ein Startup, das im September 100 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von zwei Milliarden Dollar einsammelte, positioniert sich als Wettbewerber von Scale AI und Surge AI. Alle drei Unternehmen beschäftigen Millionen von Menschen weltweit, die KI-Modelle mit menschlichem Feedback trainieren – von der mathematischen Korrektur bis zur Beurteilung von Humor oder Empathie. Die Branche boomt, da Tech-Riesen wie Google, Meta und Microsoft massiv in die Dateninfrastruktur für KI investieren. Fitzpatriks Aussage unterstreicht, dass die menschliche Komponente nicht nur vorübergehend, sondern langfristig unverzichtbar bleibt – nicht nur aus technischen, sondern auch aus qualitativen und ethischen Gründen. Industrieexperten sehen in dieser Haltung eine notwendige Korrektur der überzogenen Erwartungen. Die Entwicklung von KI ist kein automatischer Prozess, sondern erfordert kontinuierliche menschliche Aufsicht, insbesondere bei sensiblen oder komplexen Anwendungen. Die zunehmende Spezialisierung der Arbeitnehmer zeigt, dass die Branche reift – und dass die menschliche Intelligenz weiterhin ein entscheidender Baustein der KI-Entwicklung bleibt.

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