DeepMind-Chef nennt drei Schwächen von AGI im Vergleich zur menschlichen Intelligenz
DeepMind-Chef Demis Hassabis hat bei einem KI-Gipfel in Neu-Delhi klargestellt, dass aktuelle Systeme für künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) noch nicht mit menschlicher Intelligenz mithalten können. Obwohl er die Entwicklung von AGI als unausweichlich und in den nächsten fünf bis zehn Jahren realistisch einschätzt, betonte er drei zentrale Lücken, die noch geschlossen werden müssen. Erstens fehlt den Systemen eine kontinuierliche Lernfähigkeit: Aktuelle Modelle sind auf ihre ursprüngliche Trainingsdaten festgelegt und können nicht in Echtzeit aus neuen Erfahrungen lernen oder sich an unterschiedliche Kontexte anpassen. Zweitens zeigen die Systeme Schwächen bei langfristiger Planung – während sie kurzfristige Entscheidungen gut bewältigen, fehlt ihnen die Fähigkeit, wie Menschen über Jahre hinweg strategisch zu planen. Drittens weisen sie eine unerwünschte Inkonsistenz auf: So können AGI-Systeme hochkomplexe mathematische Probleme wie die Internationale Mathematik-Olympiade lösen, aber bei einfachen Rechenaufgaben Fehler machen, wenn die Formulierung abweicht. Ein echtes allgemeines Intelligenzsystem müsste dagegen in allen Bereichen konsistent leistungsfähig sein, wie es bei menschlichen Experten der Fall ist. Hassabis, Mitbegründer von DeepMind, das 2010 gegründet und 2014 von Google übernommen wurde, ist für die Entwicklung bahnbrechender KI-Systeme wie AlphaGo und AlphaFold bekannt. 2024 erhielt er gemeinsam mit John M. Jumper den Nobelpreis für Chemie für die revolutionäre Vorhersage von Proteinstrukturen mittels KI. Seine Einschätzung steht im Gegensatz zu anderen Tech-Führern: So behauptete Databricks-Chef Ali Ghodsi auf einer Konferenz im September, dass aktuelle Chatbots bereits die Definition von AGI erfüllen, wobei er die ständige Verschiebung der Zielsetzungen durch Silicon-Valley-Eliten als „Zielsetzungsverschiebung“ kritisierte und auf die nächste Stufe, die Superintelligenz, hindeutete. Der KI-Gipfel in Indien, an dem unter anderem OpenAI-Chef Sam Altman, Anthropic-Chef Dario Amodei, Google-Chef Sundar Pichai und Meta’s AI-Chef Alexandr Wang teilnehmen, unterstreicht das globale Interesse an der Zukunft der KI. Hassabis’ Aussagen verdeutlichen, dass trotz beeindruckender Fortschritte die Entwicklung einer wahrhaft allgemeinen, konsistenten und lernfähigen Intelligenz noch einen langen Weg vor sich hat. Die KI-Community steht vor der Herausforderung, nicht nur Leistung zu steigern, sondern auch die Robustheit, Kontinuität und menschliche Ähnlichkeit künstlicher Systeme zu verbessern.
