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arXiv erlässt Regeln für AI-Generierte Papers

Am 31. Oktober hat arXiv die Moderationspraxis für die Kategorie „Computer Science“ (CS) geändert: Ab sofort müssen Übersichts- und Stellungnahmepapiere erst von einer Fachzeitschrift oder einem wissenschaftlichen Kongress akzeptiert und durch einen erfolgreichen Peer-Review-Prozess bestanden haben, bevor sie auf arXiv eingereicht werden können. Autoren müssen bei der Einreichung Nachweise über die abschließende Begutachtung beifügen, andernfalls droht die Ablehnung. Obwohl arXiv betont, dass dies keine offizielle Policy-Änderung sei, da Übersichts- und Stellungnahmepapiere nie offiziell als akzeptierte Papierarten gelten, wird die Praxis nun strenger, da die Anzahl solcher Beiträge in der CS-Kategorie explodiert ist. In den vergangenen Jahren hat arXiv insgesamt eine massive Zunahme an Einreichungen erlebt, besonders in der Informatik, wobei künstliche Intelligenz (KI) und große Sprachmodelle die Erstellung solcher Papiere – oft ohne neue Forschungsergebnisse – erheblich beschleunigt haben. Viele der eingereichten Übersichtsartikel sind mittlerweile lediglich annotierte Literaturlisten ohne tiefgreifende Analyse offener Forschungsfragen. Bislang wurden solche Papiere nur auf Ermessen der Moderatoren aufgenommen, da sie selten, hochwertig und von renommierten Forschern verfasst waren, beispielsweise im Auftrag von Publikationen wie Annual Reviews oder Proceedings of the IEEE. Heute hingegen werden monatlich Hunderte solcher Arbeiten eingereicht, wodurch die Freiwilligen-Moderatoren überlastet sind. arXiv will mit der Neuregelung seine zentrale Mission – die schnelle und freie Verbreitung wissenschaftlicher Entdeckungen – besser erfüllen, indem es auf etablierte, vertrauenswürdige Peer-Review-Plattformen vertraut, die bereits tiefgreifende Begutachtung durchführen. So werden beispielsweise Papiere zu Themen wie KI-Privatsphäre, -Ethik oder -Sicherheit in wissenschaftlichen Zeitschriften und Konferenzen sorgfältig geprüft, bevor sie publiziert werden. arXiv verweist darauf, dass die Begutachtung in Workshops oft nicht ausreicht, um die nötige wissenschaftliche Qualität zu gewährleisten. Um die Einreichung zu ermöglichen, müssen Autoren bei der Einreichung auf arXiv die Referenz und den DOI der peer-review-geprüften Quelle beifügen. Fehlen diese, wird das Papier abgelehnt. Eine erneute Einreichung ist nur nach formeller Berufung möglich, wenn der Peer-Review-Prozess abgeschlossen ist. Ein besonderer Sonderfall gilt für wissenschaftliche Arbeiten, die die gesellschaftlichen Auswirkungen von Technologie untersuchen: solche Papiere können weiterhin ohne Peer-Review in den Kategorien cs.CY oder physics.soc-ph eingereicht werden. Ob andere arXiv-Kategorien ähnliche Regeln einführen, hängt von der jeweiligen Entwicklung ab. Jede Kategorie hat eigene Experten-Moderatoren, die die wissenschaftliche Qualität und Relevanz prüfen. Sollte auch in anderen Bereichen ein Anstieg an KI-generierten Übersichts- und Stellungnahmepapieren beobachtet werden, könnten auch dort Änderungen folgen. arXiv wird solche Entwicklungen öffentlich ankündigen. Ziel der Neuregelung ist es, wertvolle, fachlich fundierte Papiere zu fördern, die Moderatoren zu entlasten und die Effizienz der Plattform zu steigern.

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