KI-Chatbot hilft Frauen, Herzkrankheiten zu erkennen
Ein von Forschungsgruppen der University of California, San Francisco, der UCLA und der UC Davis entwickelter Chatbot soll Frauen dabei unterstützen, Herzkrankheiten und deren Warnzeichen früher zu erkennen. Das Projekt HeartBot wird von Yoshimi Fukuoka geleitet, einer Pflegewissenschaftlerin und Professorin an der UCSF School of Nursing. Ziel ist es, über das Smartphone personalisierte Gespräche über Herzkrankheiten, Risikofaktoren, Herzinfarktsymptome und Prävention anzubieten und dadurch ein rechtzeitiges medizinisches Handeln, insbesondere das Wählen des Notrufs, zu fördern. Herzkrankheiten sind weiterhin die häufigste Todesursache bei Frauen in den USA und betreffen mehr als 60 Millionen Frauen. Trotz langjähriger Aufklärungskampagnen ist das Bewusstsein für diese Gefahr zuletzt deutlich gesunken. Der Anteil der Frauen, die Herzkrankheiten als führende Todesursache benannten, fiel von 65 Prozent im Jahr 2009 auf 44 Prozent im Jahr 2019. Besonders stark war der Rückgang bei nicht-hispanischen Frauen afroamerikanischer Herkunft, bei hispanischen und bei jüngeren Frauen. Fukuoka suchte daher nach innovativeren Ansätzen als klassischen Medienkampagnen, um auch unterversorgte Gruppen wirksam zu erreichen. Die erste Version von HeartBot startete 2021 auf Basis von Textnachrichten. Für das Modell HeartBot II wurde die Anwendung 2025 zu einer App mit großen Sprachmodellen erweitert. Sie unterstützt natürlichere und persönlichere Dialoge und kann frühere Unterhaltungen aufgreifen. Grundlage ist ein von Fachleuten erarbeiteter Wissensspeicher mit knapp 600 möglichen Nutzerfragen und wissenschaftlich fundierten Antworten. Die Entwickler achteten auf eine für Laien verständliche Sprache; Begriffe wie Risiko oder Risikofaktoren wurden in späteren Versionen durch alltagssprachliche Formulierungen ersetzt. Die Antworten sollen eng an diesen Kernwissensteil gebunden sein, um falsche oder irreführende medizinische Aussagen des Systems möglichst zu vermeiden. In der aktuellen Studie prüft Fukuoka nicht nur, ob Frauen das Tool nutzen, sondern ob sie medizinische Informationen langfristig behalten und daraus ihr Verhalten ändern. Im Rahmen einer sechsmontigen randomisierten kontrollierten Studie erhalten 201 Patientinnen der UCSF Health Zugang zu den Lernmodulen von HeartBot II; die Kontrollgruppe nutzt die Anwendung verzögert. Die Forschenden vergleichen, wie gut die Teilnehmerinnen Wissen über Herzkrankheiten, Herzinfarktsymptome wie Atemnot, Übelkeit, Erbrechen oder Schmerzen im Rücken und Kiefer sowie über Risikofaktoren und Prävention behalten. HeartBot ist derzeit nur im Rahmen der Studie im Apple App Store und im Google Play Store verfügbar. Nach Prüfung von Wirksamkeit und Sicherheit soll die Anwendung einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Langfristig plant Fukuoka Tests mit mehreren Tausend Frauen sowie niedrigschwellige Zugangswege, etwa über QR-Codes in Kliniken und öffentlichen Verkehrsräumen.
