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Google verklagt China-AI-Gruppe

Google hat rechtliche Schritte gegen eine chinesische Cyberkriminellen-Gruppe namens Outsider Enterprise eingeleitet. Das Unternehmen wirft der Organisation vor, ein massives, KI-gestütztes Phishing-Netzwerk betrieben zu haben, das weltweit hunderte Tausender Nutzer um Geld brachte. Nach Angaben von Google belaufen sich die geschätzten Schäden seit Juli 2023 auf rund 1,9 Milliarden US-Dollar, wobei mindestens 3,87 Millionen gestohlene Kreditkartendaten registriert wurden. Im Kern des Vorwurfs steht die Software Outsider, die gegen eine monatliche Gebühr von 200 US-Dollar verkauft wird. Das Tool ermöglicht es Nutzern mit geringen technischen Kenntnissen, mittels künstlicher Intelligenz täuschend echte Nachbildungen von Websites von Telekommunikationsanbietern, Finanzinstituten, Behörden und Einzelhändlern zu erstellen. Für die Massenansprache der Opfer setzen die Kriminellen auf automatische SMS-Versendung, über die in einem zweiwöchigen Zeitraum im Mai allein 2,5 Millionen Nachrichten an Android-Nutzer gingen. 55.000 dieser Nachrichten wurden allein in diesem Zeitraum von Nutzern als Spam gemeldet. Die gestohlenen Zugangsdaten, einschließlich Multi-Faktor-Authentifizierungscodes, werden in Echtzeit über die Plattform der Gruppe abgerufen und monetarisiert. Die Operation ist in verschiedene spezialisierte Zellen untergliedert: Entwickler pflegen die Software und Templates, eine weitere Gruppe beschafft Target-Listen aus öffentlichen Datenbeständen, ein Spammer-Netzwerk stellt die Infrastruktur für die Massenkommunikation bereit und eine vierte Einheit wäscht die illegal erlangten Gelder. Zur Koordination nutzt die Gruppe offene Telegram-Kanäle. Nachweisen konnte Google im Untersuchungszeitraum von November 2025 bis April 2026 mehr als 1,59 Millionen mit der Organisation verknüpfte URLs. Zudem wurden 9.000 gefälschte Websites und etwa eine Million betrügerische Webdomänen identifiziert. Neben dem Schadensersatz und einer Unterlassungsverfügung im Klageschema setzt Google auf technische Abwehrmaßnahmen. Das Unternehmen nutzt eigene KI-Systeme, um betrügerische Nachrichten zu erkennen und Nutzer zu warnen. Damit wurden monatlich über zehn Milliarden betrügerische Nachrichten abgefangen. In enger Abstimmung mit den US-Telekommunikationsanbietern AT&T, T-Mobile und Verizon sowie dem FBI wird die Infrastruktur des Netzwerks systematisch untergraben. Ein Sprecher des FBI bestätigte, dass gemeinsam mit Googles Sicherheitsabteilung mehrere Domains sichergestellt wurden, die zur Verifizierung der Phishing-Dienste dienten. Die Kläger verlangen die vollständige Zerstörung der kriminellen Infrastruktur und Schadensersatz wegen Urheberrechtsverletzung, Betrug und organisierter Straftaten.

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