20 Prozent der US-Jobs sind durch Automatisierung gefährdet
Laut Wirtschaftsforschern des Beratungsunternehmens Oxford Economics könnten innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte rund 20 Prozent der Arbeitsplätze in den USA durch Roboter und Automatisierung ersetzt werden. Die Analyse basiert auf der Bewertung von über 800 Berufen und deren Anfälligkeit für Automatisierung, basierend auf der Ausführung der jeweiligen Aufgaben und der Verfügbarkeit geeigneter Technologien. Besonders betroffen sind Branchen, in denen physische Tätigkeiten dominiert, wie Transport und Logistik – hier könnte bis zu 60 Prozent der Arbeitsplätze automatisiert werden. Dieser Sektor gilt als am stärksten gefährdet, da Technologien wie selbstfahrende Lkw und automatisierte Lagerhäuser bereits aus der Forschungsphase in die Skalierung übergegangen sind. Auch im Gastgewerbe und der Gastronomie seien Automatisierungspotenziale vorhanden, etwa durch Self-Service-Kioske für Check-ins oder Roboter für Reinigungsarbeiten. Dennoch betont der Senior-Economist Nico Palesch, dass eine plötzliche Massenentlassung nicht zu erwarten sei. Die Umstellung erfolge schrittweise: Unternehmen würden nicht sofort alle Kassierer entlassen, sondern allmählich weniger neue einstellen, während sich die Nachfrage nach anderen Arbeitskräften, etwa im Bereich Robotik-Service oder -Entwicklung, erhöhe. Palesch weist darauf hin, dass Automatisierung nicht zwangsläufig zu einem Arbeitsplatzverlust führt, sondern auch neue Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen kann – etwa durch Erweiterung von Geschäftsmodellen, wie mehr Restaurantstandorte, die durch effizientere Prozesse möglich werden. Die Wirtschaftsleistung könnte steigen, während die Nachfrage nach menschlicher Arbeit nicht verschwindet, sondern sich verlagert. Die Diskussion über KI und Bürojobs dominiere oft das öffentliche Bewusstsein, doch die Realität sei, dass auch physische Arbeit zunehmend automatisierbar wird. Die Experten betonen, dass die Transformation langfristig und kontinuierlich verlaufen wird, nicht als plötzlicher Schock. Unternehmen und Politik müssten sich auf die notwendige Umschulung und Anpassung der Arbeitskräfte vorbereiten. Industrielle Experten sehen die Entwicklung als notwendige Anpassung an technologische Fortschritte. Die Automatisierung wird als Treiber für Wachstum und Effizienz wahrgenommen, doch die sozialen Auswirkungen erfordern gezielte Bildungs- und Sozialpolitik. Oxford Economics ist ein führendes Beratungsunternehmen mit Schwerpunkt auf wirtschaftlichen Prognosen und strategischen Analysen für Investoren. Die Studie unterstreicht, dass die Zukunft der Arbeit nicht von der Frage „Roboter versus Menschen“ geprägt ist, sondern von der Frage, wie Mensch und Maschine synergistisch zusammenarbeiten können.
