AI könnte Arbeitswoche auf drei bis vier Tage verkürzen, sagt Zoom-Chef Yuan
Zoom-Gründer und CEO Eric Yuan ist überzeugt, dass künstliche Intelligenz die Arbeitswelt grundlegend verändern wird – und zwar in Richtung einer kürzeren Arbeitswoche. In einer Keynote auf der TechCrunch Disrupt 2025 konstatierte er, dass AI-Assistenten endlich die Voraussetzungen schaffen, um die traditionelle Fünf-Tage-Woche zu überwinden. Zentraler Bestandteil seiner Vision ist die sogenannte „Digital Twin“-Funktion, bei der ein künstlicher Avatar den Nutzer in Videokonferenzen vertritt. Yuan selbst hat diesen Avatar bereits in einem Investor-Earnings-Call eingesetzt, um die technologische Reife und die potenzielle Erweiterung der Kommunikation zu demonstrieren. In seiner Ansprache betonte er, dass AI nicht nur ein Nebenprodukt, sondern der zentrale Fokus von Zooms Strategie ist. „AI, AI und AI“, sagte er, als er nach seinen Investitionsschwerpunkten gefragt wurde. Multi-stündige strategische Sitzungen seien inzwischen ausschließlich der Entwicklung und Integration von KI-Lösungen gewidmet. Er sieht in der Technologie ein Instrument, das weit über reine Videokonferenzen hinausgeht. So stellte er sich vor, dass zwei Unternehmensleiter einen Vertrag verhandeln könnten, ohne selbst am Telefon zu sitzen: Stattdessen würden ihre digitalen Zwillinge vorab gemeinsam an der Vertragsformulierung arbeiten, was Zeit und Aufwand reduzieren würde. Zusätzlich erläuterte Yuan, wie KI in Alltagstätigkeiten wie E-Mail-Management helfen könnte – etwa durch automatisierte Priorisierung von Nachrichten, Erkennung dringender Anfragen und intelligente Antwortvorschläge. Er glaubt, dass KI zukünftig auch Zooms gesamtes Produktportfolio, darunter Online-Whiteboards und gemeinsame Dokumente, nahtlos integrieren und optimieren wird. „Heute muss ich manuell auf all diese Tools zurückgreifen, um zu arbeiten. In Zukunft wird die KI das übernehmen“, sagte er. Sein langfristiges Ziel: In fünf Jahren könne die Arbeitswoche auf drei oder vier Tage reduziert werden, was eine tiefgreifende Umgestaltung des Arbeitslebens bedeuten würde. Industrieanalysten sehen in YUans Vision eine konsistente Fortsetzung der KI-Transformation, die bereits in anderen Tech-Unternehmen wie Google, Microsoft und Apple sichtbar ist. Die Realisierung hängt jedoch von der Skalierbarkeit, Datensicherheit und Akzeptanz der Nutzer ab. Zoom, gegründet 2011, hat sich von einem reinen Videokonferenztool zu einem umfassenden Collaboration-Ökosystem entwickelt. Die Einführung von KI-Features wie dem Digital Twin unterstreicht die strategische Wende hin zu intelligenten, proaktiven Arbeitswerkzeugen. Ob die Vision einer viertägigen Woche realistisch ist, bleibt abzuwarten – doch Yuan zeigt, dass die KI-Revolution bereits im Arbeitsalltag ankommt.
