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Czechische Eiskunstläufer nutzen KI-Musik bei Olympischen Debüt

Die tschechischen Eiskunstläuferin Kateřina Mrázková und ihr Bruder Daniel Mrázek haben bei ihren Olympischen Debüt im Eiskunstlauf eine bemerkenswerte Kombination aus Tradition und Technologie präsentiert: Ihre Rhythmus-Tanz-Nummer war zum Teil mit künstlichem Musikmaterial unterlegt, das von einem KI-System generiert wurde. Obwohl dies gemäß den Regeln des International Skating Union (ISU) erlaubt ist, löste die Verwendung von KI-Musik heftige Diskussionen aus – nicht nur wegen der technischen Innovation, sondern vor allem wegen der unvermeidlichen Frage nach Authentizität und kreativer Integrität im Sport. Während das Paar mit beeindruckenden Sprüngen, einer fast unmöglichen Drehung und einer atemberaubenden Kombination aus Kraft und Grazie auf der Eisfläche glänzte, erwähnte ein NBC-Kommentator beiläufig: „Das ist KI-generiert, dieser erste Teil.“ Diese Bemerkung traf wie ein Schlag – denn während die Zuschauer von den physischen Höchstleistungen fasziniert waren, wurde die Musik zum zentralen Thema. Die Musik für die Rhythmus-Tanz-Nummer besteht aus zwei Teilen: „One Two by AI (of 90s style Bon Jovi)“ und dem echten AC/DC-Song „Thunderstruck“ aus dem Jahr 1990. Die KI-generierte Nummer erzeugt einen Sound, der stark an Bon Jovi erinnert – nicht nur stilistisch, sondern auch in Texten wie „raise your hands, set the night on fire“, die direkt aus Bon Jovis „Raise Your Hands“ stammen, einem Lied aus dem Jahr 1986. Vor der Olympiade hatte das Paar bereits eine ähnliche Nummer mit KI-Texten verwendet, die aus dem 1990er-Hit „You Get What You Give“ von New Radicals stammten – inklusive der berühmten Zeilen „Every night we smash a Mercedes Benz!“ und „Wake up, kids / We got the dreamer’s disease“. Die KI hatte also nicht nur den Stil, sondern auch Inhalte kopiert, die klar urheberrechtlich geschützt sind. Die zugrundeliegende Technologie ist ein großes Sprachmodell (LLM), das auf riesigen Musikdatensätzen trainiert wurde – oft ohne ausreichende Rechtmäßigkeit. Bei einer Anfrage wie „eine 90er-Song im Stil von Bon Jovi“ erzeugt das Modell typische Muster, die sich mit echten Liedern überschneiden. So entsteht eine Art künstlerischer Zufall, der in diesem Fall fast wie Plagiat wirkt. Die Verwendung von KI-Musik ist in der Eiskunstlauf-Welt nicht unüblich, doch bei einem so hohen Niveau wie den Olympischen Spielen wird die Grenze zwischen Innovation und Verfälschung besonders scharf gezogen. Doch die Debatte zeigt auch ein größeres Phänomen: Die Musikindustrie selbst ist zunehmend von KI-Künstlern fasziniert. Die US-Autorin Telisha Jones nutzte das KI-Tool Suno, um ihre Gedichte unter dem Pseudonym Xania Monet musikalisch umzusetzen – und erhielt prompt einen 3-Millionen-Dollar-Vertrag. Das zeigt, dass KI nicht nur als Werkzeug, sondern zunehmend als eigenständiger „Künstler“ wahrgenommen wird. Für Mrázková und Mrázek ist die KI-Musik zwar ein kreativer Ausweg – etwa bei Lizenzproblemen –, doch sie gefährdet den künstlerischen Ruhm ihrer Leistung. Ihre technische Perfektion und emotionale Tiefe sind unbestritten, doch die Frage bleibt: Ist ein Sport, der auf Kreativität, Ausdruck und Authentizität beruht, noch echt, wenn die Musik nicht von Menschen stammt? Die Antwort ist nicht einfach. Doch eines ist klar: Die Olympischen Spiele werden immer mehr zu einem Labor für die Zukunft der Künste – und der KI ist mittlerweile nicht mehr nur ein Werkzeug, sondern ein Mitspieler.

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