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2025: VC-Fieber, 2026 könnte eine Krise kommen

2025 wurde für die Venture Capital-Szene zu einem Jahr des „FOMO“ – der Angst, etwas zu verpassen. In einer beispiellosen Blase rund um Künstliche Intelligenz (KI) hoben Startups mit kaum mehr als einer Idee oder einem Namen Milliardenfinanzierungen ein, wobei mehrere Unternehmen bereits vor Gründung oder Produktentwicklung mit Milliardenbewertungen ausgestattet wurden. Laut Crunchbase gab es fast 700 Seed-Runden mit mindestens 10 Millionen Dollar – ein Rekord. Prominente Beispiele sind Mira Murati, die nach ihrem Ausscheiden bei OpenAI binnen Kurzem 2 Milliarden Dollar bei einer 10-Milliarden-Dollar-Bewertung sammelte, und Naveen Rao, der mit seinem neuen Unternehmen Unconventional AI 475 Millionen Dollar bei einer 4,5-Milliarden-Dollar-Bewertung einwarf. Auch Eric Zelikman, ehemaliger KI-Forscher bei xAI, sammelt derzeit 1 Milliarden Dollar bei einer 4-Milliarden-Dollar-Bewertung. Diese Entwicklung spiegelt eine tiefgreifende Veränderung im VC-Ökosystem wider: Während früher VCs die Verhandlungsposition hatten, sind heute die besten Gründer – oft jüngere Talente aus renommierten KI-Laboren – diejenigen, die die Karten spielen. „Bei meinem ersten Gespräch mit einem Unternehmen musst du nicht nur verstehen, was sie tun, sondern auch dein eigenes Fundament verkaufen“, sagt Cathy Gao von Sapphire Ventures. VCs müssen sich nun selbst bewerben, um überhaupt in die engere Auswahl zu kommen. Diese Dynamik führt zu weniger Due Diligence, schnelleren Entscheidungen und einem erhöhten Risiko, auf falsche Kandidaten zu setzen. Experten warnen vor einer drohenden „Rechnung“ im Jahr 2026. Deedy Das von Menlo Ventures betont: „Wenn fast 20 Unternehmen mit Milliardenbewertung null Umsatz generieren, kann nicht alles funktionieren.“ Auch Sam Altman, CEO von OpenAI, sprach öffentlich von einer Blase, vergleichbar mit dem Dotcom-Boom der 1990er Jahre. Die öfflichen Märkte reagierten mit Verlusten bei KI-Infrastruktur-Unternehmen wie Coreweave und Nvidia, was die Befürchtungen verstärkt. Zudem fallen die Fundraising-Ergebnisse von VC-Fonds auf den niedrigsten Stand seit 2017 – ein klassisches Zeichen für eine bevorstehende Korrektur. Trotz der Sorgen bleiben die meisten VCs optimistisch. Steve Brotman von Alpha Partners sieht in der KI-Revolution eine historische Chance: „Im Gegensatz zu 2000 gibt es echte Umsätze, Gewinne und wirtschaftlichen Wert.“ Gao betont, dass die Wachstums- und Effizienzraten der aktuellen KI-Startups beispiellos seien. Die Power-Law-Logik des VC-Modells – dass nur wenige Unternehmen die Mehrheit der Renditen liefern – rechtfertigt das Risiko, solange die richtigen Unternehmen ausgewählt werden. Bewertung: Die KI-Blase von 2025 ist ein Spiegelbild der historischen Spannung zwischen Innovation und Spekulation. Während die technologischen Fortschritte real sind, birgt die übermäßige Bewertung und der Druck, „den nächsten OpenAI“ zu finden, erhebliche Risiken. Experten erwarten eine selektive Krise: Viele Startups ohne echte Produkt-Markt-Validierung werden scheitern, aber die Überlebenden könnten die nächste Generation der Technologie prägen. Die Branche steht vor einer kritischen Prüfung: Ob der FOMO letztlich zu einer Wiedergeburt der KI-Revolution oder zu einer blutigen Auseinandersetzung mit dem Realitätsschock führt, hängt davon ab, ob VCs ihre Strategie an die Realität anpassen – und ob die nächsten OpenAIs wirklich die Werte liefern, die ihre Bewertungen rechtfertigen.

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