Google erweitert Opal mit automatisierten Workflows per Textbefehl
Google hat seine visuelle Programmier-App Opal um eine neue Funktion zur Erstellung automatisierter Workflows erweitert. Mit der Einführung eines neuen Agents kann nun über einfache Texteingaben eine Art Mini-App erstellt werden, die komplexe Aufgaben selbstständig plant und ausführt. Der Agent nutzt das Gemini 3 Flash-Modell und wählt automatisch die passenden Tools aus, um Aufgaben zu erledigen – beispielsweise Google Sheets, um Daten wie eine Einkaufsliste über mehrere Sitzungen hinweg zu speichern. Dabei übernimmt der Agent nicht nur die Planung, sondern auch die Entscheidung über die nächsten Schritte, wobei er interaktiv mit dem Nutzer kommuniziert: Falls weitere Informationen benötigt werden, fragt er direkt nach oder bietet Auswahlmöglichkeiten an. Dies macht es auch Nutzern ohne technische Vorkenntnisse möglich, komplexe, funktionale Workflows innerhalb von Apps zu erstellen. Opal wurde ursprünglich im Juli 2025 für Nutzer in den USA eingeführt und im Oktober 2025 auf 15 weitere Länder ausgeweitet, darunter Kanada, Indien, Japan, Südkorea, Vietnam, Indonesien, Brasilien und Singapur. Im Dezember 2025 integrierte Google Opal in die Gemini-Webanwendung, sodass Nutzer nun über eine visuelle Editor-Oberfläche Apps erstellen können, ohne Code schreiben zu müssen. Die Erweiterung mit dem neuen Agenten stärkt Opals Position als plattformübergreifendes Werkzeug für no-code-Entwicklung, das auf KI-basierte Automatisierung setzt. Die Entwicklung spiegelt einen größeren Trend wider: Zahlreiche Startups wie Lovable, Replit, Wabi (gegründet von ehemaligem Replika-Chef), Emergent (finanziert von SoftBank und Lightspeed) und Rocket.new (mit Unterstützung von Accel) entwickeln ähnliche Tools, die es Nutzern ermöglichen, Apps über natürliche Sprache zu erstellen. Diese Tools zielen darauf ab, die Barriere für die App-Entwicklung zu senken und Entwicklern sowie Nicht-Entwicklern mehr Zugang zu digitalen Lösungen zu ermöglichen. Experten sehen in der Kombination aus KI und no-code-Entwicklung einen Wendepunkt für die Softwarebranche – nicht nur, weil sie Produktivität steigert, sondern auch, weil sie kreative und technische Innovationen breiter zugänglich macht. Google positioniert sich mit Opal klar als Pionier in diesem Bereich, wobei die Integration in Gemini die Reichweite erheblich erhöht. Die Zukunft der App-Entwicklung könnte zunehmend von KI-gesteuerten, interaktiven Workflows geprägt sein, die weniger Code als vielmehr klare Zielsetzungen und menschliche Interaktion erfordern.
