Micron: Umsatz vervierfacht sich bei Memory-Boom
Micron hat für das dritte Quartal des Geschäftsjahrs beeindruckende Finanzkennzahlen vorgelegt, die von einem beispiellosen Nachfrageanstieg auf dem Halbleitermarkt getrieben werden. Der Umsatz des US-amerikanischen Speicherherstellers vervierfachte sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich, während der Nettogewinn auf 28,24 Milliarden US-Dollar bzw. 24,46 US-Dollar pro Aktie kletterte. Die Bruttomarge stieg von 39 Prozent auf 84,9 Prozent und übertraf damit die Analystenerwartungen. In der Handelssitzung nach Börsenschluss reagierte der Markt mit einem Kursplus von zehn Prozent auf die Verlautbarung. Treiber des Wachstums ist primär der exponentiell steigende Bedarf an Hochleistungsspeichern für Rechenzentren und künstliche Intelligenz. Das Kerngeschäft der Rechenzentrumssysteme verbuchte einen Siebenfach-Anstieg des Umsatzes auf 11,5 Milliarden US-Dollar, wovon Cloud-Speicher mit einem Plus von über 300 Prozent auf 13,77 Milliarden US-Dollar dominierte. Zusätzlich generierte Micron mehr als fünf Milliarden US-Dollar mit Solid-State-Drives. Auch die Geschäftsfelder Mobilität und Kundenhardware verzeichneten Umsatzsteigerungen von mehr als 250 Prozent auf 11,52 Milliarden US-Dollar, während Speicherlösungen für Automotive und Embedded-Anwendungen sich vervierfachten. Der aktuelle Marktzyklus ist gekennzeichnet durch eine massive Verknappung der Produktionskapazitäten bei den wenigen verbliebenen Herstellern, was zu erheblichen Preissteigerungen sowohl im Rechenzentrum-Bereich als auch bei Speicherbausteinen für Smartphones und Laptops führt. Diese Dynamik hat Micron in der vergangenen Saison zu einem der performantesten Werte an der Wall Street gemacht. Der Kurs ist im vergangenen Jahr um rund 700 Prozent gestiegen, was die Marktkapitalisierung deutlich über eine Billion US-Dollar treibt. Für die Zukunft prognostiziert Micron eine anhaltende Angebotsknappheit, die voraussichtlich bis weit ins Jahr 2027 andauern wird. Um die Lieferketten zu stabilisieren, hat das Unternehmen bereits 16 langfristige Liefervereinbarungen mit Datenbankanbietern und Automobilherstellern über Laufzeiten von drei bis fünf Jahren abgeschlossen. Zudem plant der Konzern eine Quartalsdividende von 15 US-Cent im Juli. Für das laufende Quartal rechnet Micron mit einem Umsatz von etwa 50 Milliarden US-Dollar, was klar über den konsensgeschätzten 43,58 Milliarden US-Dollar liegt.
