Anthropic wirft Alibaba groß angelegten KI-Angriff vor
Anthropic wirft dem chinesischen Technologiekonzern Alibaba vor, durch massenhafte Distillationsangriffe systematisch Zugang zu den eigenen KI-Modellen namens Claude erpresst zu haben. Wie die Direktorin für politische Angelegenheiten, Sarah Heck, in einem am 10. Juni versandten Schreiben an die US-Senatoren Tim Scott und Elizabeth Warren darlegte, operierten mit Alibaba verbundene Akteure zwischen dem 22. April und 5. Juni über fast 25.000 betrügerische Konten hinweg und führten rund 28,8 Millionen Interaktionen mit Claude durch. Ziel sei der illegale Abfluss von Modellfähigkeiten, um damit eigenständige KI-Systeme, darunter die Qwen-Reihe, zu trainieren. Heck charakterisierte die Vorfälle als industriell skalierten und systematischen Diebstang amerikanischer Spitzenforschung, der chinesischen Anbietern ermöglichte, fortschrittliche KI-Kapazitäten zu erheblichen Kostenersparnissen zu reproduzieren und damit den Wettbewerbsvorsprung US-amerikanischer Anbieter zu unterlaufen. Die Vorwürfe verschärfen die technologische Rivalität zwischen den USA und China im Bereich der künstlichen Intelligenz. Anthropic fordert daraufhin konkrete gesetzgeberische Maßnahmen, darunter die Eindämmung chinesischen Zugriffs auf US-Recheninfrastruktur und die Verhängung von Sanktionen gegen verantwortliche Unternehmen. Die Darlegungen erfolgen zeitgleich mit verschärften US-Exportkontrollen für hochentwickelte KI-Modelle und der jüngsten Aufnahme Alibabas auf eine schwarze Liste des US-Verteidigungsministeriums, die Verbindungen zur chinesischen Militärindustrie nahelegt. Alibaba hat die Einstufung unlängst vor Gericht angefochten. In der Folge notierte die Aktie des Unternehmens um mehr als vier Prozent. Eine Stellungnahme des betroffenen Konzerns lag zum Redaktionsschluss nicht vor. Die Debatte unterstreicht die wachsende regulatorische Aufmerksamkeit für die Absicherung von Sprachmodellen und die strategische Bedeutung von KI-Wettbewerbsfähigkeit im globalen Technologiegefecht.
