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AI-Boom geht über Chips hinaus: Kreditinvestor sieht Chancen in Netzwerken und Infrastruktur

Der künstliche Intelligenz-Boom ist real, doch laut Scott Goodwin, Mitgründer und Managing Partner von Diameter Capital Partners, geht es bei der AI-Revolution nicht allein um Chips. Das in etwa 25 Milliarden US-Dollar verwaltende Investmenthaus sieht in der KI eine langfristige, disruptive Welle – eine Entwicklung, die über den kurzfristigen Hype hinausgeht und tiefgreifende Veränderungen in der Infrastruktur und den Geschäftsmodellen auslöst. Während viele Investoren sich auf die Spitzenunternehmen im Chip-Bereich konzentrieren, hat Diameter Capital einen anderen Ansatz gewählt: Die Suche nach weniger offensichtlichen Engpässen im KI-Ökosystem, die sich in den Kreditmärkten niederschlagen. Ein zentrales Beispiel ist der Kauf von ungesicherten Schulden eines mittelständischen Telekommunikationsunternehmens im Jahr 2023. Die Entscheidung basierte auf der Erkenntnis, dass die Nutzung von KI-Modellen zunehmend von der Datenzentren-Infrastruktur wegführt und auf die Netzwerke übergeht, die Daten transportieren – also auf „die Rohre“, wie Goodwin sagt. Mit der zunehmenden Datenübertragung zwischen Rechenzentren und Endnutzern stieg die Nachfrage nach Hochgeschwindigkeits-Festnetzinfrastruktur. Das Unternehmen konnte anschließend über 10 Milliarden US-Dollar an Verträgen mit Hyperscaler-Cloud-Anbietern abschließen, und die Schulden erreichten wieder ihren Nennwert. Ein weiterer großer Einsatz erfolgte bei einem Satellitenunternehmen, das mit dem Zugang zu drahtloser Frequenzbandbreite verbunden war. Nachdem das Unternehmen seine Spektrum-Aktiva verkaufte, stieg auch der Wert der Schulden deutlich an und erreichte wieder den Nennwert. Diese Strategie zeigt, dass Diameter Capital nicht nur auf Hardware setzt, sondern auf die zugrundeliegenden Netzwerk- und Infrastrukturkomponenten, die für die praktische Nutzung von KI entscheidend sind. Goodwin warnt jedoch vor einer Überbewertung bestimmter Bereiche, insbesondere im Bereich der Chip-Finanzierung. Einige Investoren übernehmen „restlichen Risiken“ – also das gefährlichste Risiko in Finanzierungsstrukturen – und setzen auf den zukünftigen Wert von Chips, die innerhalb weniger Jahre veraltet sein könnten. Selbst Experten aus Silicon Valley und großen Tech-Unternehmen seien sich nicht sicher, welchen Wert Chips in fünf bis sieben Jahren haben würden. „Niemand weiß das“, sagt Goodwin. Der nächste Entwicklungsschritt sei nicht länger allein durch Kapitalausgaben geprägt, sondern durch Wettbewerbsvorteile: Wer KI erfolgreich integriert, wird sich gegenüber seinen Konkurrenten abheben – und wer nicht, wird zurückfallen. Diese Dynamik sei eine längere und tiefgreifendere Entwicklung als die klassische Investitionszyklus der Infrastruktur. Ein Insider bewertet den Ansatz als wegweisend: „Diameter Capital zeigt, dass die nächste Welle der KI-Investitionen nicht bei den Chips beginnt, sondern bei den Netzwerken und der Nutzung. Wer diese Verschiebung versteht, kann langfristig Gewinne erzielen – ohne sich in den Hype zu verlieren.“

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