Nvidia baut in zwei Jahren 99-Mrd.-Dollar-Portfolio auf
Nvidia hat sein Eigenkapitalportfolio innerhalb von zwei Jahren von einem vernachlässigbaren Startwert auf rund 99 Milliarden US-Dollar aufgestockt. Nach Angaben im jüngsten Quartalsbericht zum 26. Juli verteilen sich die Bestände auf etwa 48 Milliarden Dollar an börsennotierten Aktien, 48 Milliarden Dollar an Anteilen privater Gesellschaften sowie 3 Milliarden Dollar an Beteiligungen nach der Equity-Methodik. Weitere Kapitalzusagen in Höhe von 25 Milliarden Dollar sind zusätzlich gebunden. Damit hat sich das Portfolio im Jahresvergleich verfacht und gegenüber dem Sommer 2022 ein Vierzigfünffaches erreicht. Die größten Einzelpositionen umfassen 30 Milliarden Dollar in Intel und 21 Milliarden Dollar in SpaceX. Weitere wesentliche Beteiligungen liegen zwischen 2 und 5 Milliarden Dollar bei CoreWeave, Coherent, Synopsys und Nokia. Durch diese strategische Kapitalallokation zählt Nvidia nun zu den größten tech-affinen Investoren, bleibt jedoch hinter Alphabet mit einem 232 Milliarden Dollar umfassenden Portfolio zurück. Die Aufstellung dokumentiert den Wandlungsprozess des Halbleiterkonzerns von einem reinen Hardwarezulieferer zu einem ökologischen Schlüsselakteur, der Cloud-Infrastruktur, KI-Labore und Zulieferer gezielt finanziell absichert. CFO Colette Kress erläuterte in der Quartalspräsentation, dass die weitere Entwicklung fortschrittlicher KI-Modelle primär durch verfügbare Rechenkapazitäten begrenzt werde. Die Investitionen dienten dazu, diesen Innovationskreislauf zu stabilisieren, die Abhängigkeit von kritischen Lieferketten zu verringern und die Marktposition gegenüber Wettbewerbern zu festigen. Dieser strategische Kurs korreliert mit der massiven Kursentwicklung der Nvidia-Aktie, die von unter 15 Dollar Anfang 2023 auf 228 Dollar kletterte. Die Marktkapitalisierung liegt nun bei 5,5 Billionen Dollar, was Nvidia zum wertvollsten Unternehmen der Welt macht. Trotz der offensichtlichen strategischen Hebelwirkung bleibt die Finanzierungsstrategie umstritten. Der bekannte Investor Michael Burry kritisierte eine Überdehnung des Geschäftsmodells, während Mark Cuban die systemische Abhängigkeit des gesamten KI-Sektors von Nvidias Kapitalzufuhr als erhebliches Risiko bewertete. Analysten betrachten das Portfolio sowohl als mächtiges Instrument zur langfristigen Bindung von Kunden und Partnern als auch als potenzielle Vulnerabilität bei einer möglichen Dämpfung der KI-Investitionszyklen. Die künftige Wertentwicklung wird maßgeblich davon abhängen, inwieweit die gebundenen Mittel durch nachhaltige Ertragsbeiträge und technologische Integrationen gerechtfertigt werden.
