Alphabets 160%-Anstieg dank AI-Stack-Vorteil
Alphabets Aktienkurs ist im vergangenen Jahr um 160% gestiegen und hat das Unternehmen kurzzeitig an die Spitze der Technologiebewertung geführt. In Handelskursen nach Börsenschluss überschritt Alphabet sogar den Marktwert von Nvidia, was als bemerkenswerte Leistung gilt, da das Unternehmen zu Beginn des KI-Booms noch als risikobehaftet galt. Dieser Anstieg wird von der Einschätzung an der Wall Street getrieben, dass Google in der gesamten KI-Landschaft hervorragend positioniert ist. Der Erfolg basiert auf einer Kombination aus eigenen Modellen, einem massiven Distributionsnetzwerk und der Cloud-Sparte, die stark von anderen boomenden KI-Geschäften profitiert. Unter den anderen US-Trillionen-Dollar-Unternehmen ist nur Broadcom mit einem Kursanstieg von 107% ähnlich erfolgreich. Experten sehen Google als eines der am besten aufgestellten KI-Unternehmen, da es den Großteil der Wertschöpfungskette kontrolliert. Gene Munster von Deepwater Asset Management betont, dass das Unternehmen über eigene Chips, Modelle, Infrastruktur und Vertriebskanäle verfügt und zudem profitable Geschäftszahlen vorweist. Nach den jüngsten Quartalszahlen stuften Analysten von JPMorgan die Aktie als ihre Top-Wahl im Technologiesektor ein. Sie verwiesen auf ein herausragendes Quartal, beschleunigtes Wachstum und einen Cloud-Rückstand, der sich fast verdoppelt hat und 462 Milliarden Dollar erreicht. Auch Mizuho hob sein Kursziel und betonte, dass die Markterwartungen die zukünftigen Umsätze und Gewinne von Google Cloud erheblich unterschätzen. Ein wesentlicher Faktor für diese positive Entwicklung ist das enorme Umsatzvolumen mit Kunden wie Anthropic, das bis zu 200 Milliarden Dollar über fünf Jahre betragen soll. Dieses Engagement unterstreicht Alphanets Fähigkeit, an der Spitze der Technologie zu konkurrieren. Der Konzern bietet verschiedene Geschäftsfelder, darunter die KI-Modelle Gemini und DeepMind, die Cloud-Sparte Google Cloud, eigene Tensor Processing Units (TPUs) als Alternative zu Nvidia-Chips und die Integration von KI-Funktionen in Suche, YouTube und Android. Trotz dieser Erfolge gibt es Bedenken hinsichtlich der Abhängigkeit von wenigen großen Kunden. Analysten weisen darauf hin, dass fast die Hälfte des gesamten Cloud-Rückstands der großen Anbieter von Verpflichtungen gegenüber OpenAI und Anthropic stammt. Munster entkräftet diese Sorge jedoch, da er glaubt, dass das KI-Ökosystem so wächst, dass Ausfälle einzelner Kunden durch viele neue Wettbewerber kompensiert werden. Ein klarer Vorteil von Google liegt zudem in der Fertigung eigener Chips. Schätzungen zufolge könnten bis 2027 rund 61 Milliarden Dollar aus dem Verkauf von TPUs stammen, was Investoren eine weitere Möglichkeit bietet, in den KI-Hardware-Sektor zu investieren, die über Nvidia hinausgeht. Die größte Gefahr für die weitere Überperformance der Aktie besteht darin, dass die zukünftigen Gewinne bereits eingepreist sind. Ähnliches beobachtet man derzeit bei Nvidia, wo die Gewinne zwar wachsen, der Aktienkurs sich aber weniger stark entwickelt. Analysten argumentieren, dass Google beim kommenden Google I/O die Narrative gegenüber den Investoren ändern muss. Dazu müssen klare Strategien für KI-Agenten mit Gemini dargelegt und nachhaltige Umsätze im breiteren KI-Ökosystem gezeigt werden. Alphabet hat seine geplanten Investitionsausgaben (Capex) für das laufende Jahr auf bis zu 190 Milliarden Dollar hochgeschraubt. Damit steht das Unternehmen unter Druck, diese Investitionen gewinnbringend einzusetzen, um den Erwartungen der Investoren gerecht zu werden.
