Bessent sieht KI-Schulden gelassen
US-Finanzminister Scott Bessent hat im CNBC-Interview am Mittwoch auf Zweifel an der Finanzierbarkeit KI-lastiger Neocloud-Anbieter mit Gelassenheit reagiert. Er betonte, Washington beobachte steigende Renditen in dem Segment, sehe aber keine akute Gefährdung, weil Neoclouds nur einen kleinen Teil des KI-Ökosystems ausmachten. Bessent verwies darauf, dass Finanzierungen und Transaktionen weitergingen, und nannte Meta als Beispiel für Unternehmen, die nicht primär auf Schulden angewiesen seien. In der Branche um CoreWeave, Nebius und IREN war zuletzt Unsicherheit entstanden: Investoren fürchten hohe Verschuldung, steigende Kreditkosten und enttäuschende Renditen von KI-Investitionen. CoreWeave verlor im Oktober zeitweise knapp 40 Prozent, der Roundhill-Neocloud-ETF fiel innerhalb eines Monats um etwa 24 Prozent. Nebius hatte zuvor Großaufträge erhalten, darunter ein mehr als 17 Milliarden Dollar schweres Microsoft-Geschäft im vergangenen September sowie einen im März bekanntgegebenen Fünfjahresvertrag mit Meta, der je nach Umfang bis zu 27 Milliarden Dollar wert sein könnte. Elon Musk verstärkte die Skepsis am Wochenende mit der Warnung vor massiver Konsolidierung und zog zudem Übernahmen durch SpaceX aus den Diskussionen. Nvidia-Chef Jensen Huang widersprach dagegen und sprach von einer außergewöhnlich starken Nachfrage nach den Kapazitäten der Anbieter. Bessents Äußerungen signalisieren, dass die US-Regierung die Risiken im KI-Kreditmarkt derzeit als begrenzt einschätzt, während Markt und Investitionsumfeld volatil bleiben.
