Sam Altman wirft bei YC das Mikrofon hin: Jedes Startup erhält umsonst 2 Millionen USD an OpenAI-Tokens im Austausch gegen Aktienanteile
Bei der Veranstaltung von Y Combinator am Dienstagabend vollzog Sam Altman den Moment des „Mikrofon-Werfens", wie ihn YC-Partner Tyler Bosomeni bezeichnete – er bot allen Start-ups dieser YC-Kohorte OpenAI-Tokens im Wert von zwei Millionen US-Dollar an und forderte dafür Anteile an diesen Unternehmen zurück. Laut dem YC-Verzeichnis umfasst diese Kohorte rund 169 Start-ups. Die Transaktion wird in Form eines Uncapped SAFE durchgeführt: Bei einer späteren Preisfindungsrunde für die erste Finanzierung (in der Regel Serie A) werden die Tokens zum Unternehmenswert umgewandelt; je höher das Bewertungsniveau ist, desto geringer fällt der von OpenAI gehaltene Anteil aus. Schätzungen zufolge könnte ein Unternehmen mit einem Wert von 100 Millionen US-Dollar etwa einen 2-prozentigen Anteil von OpenAI halten, was jedoch nicht bestätigt wurde. Für OpenAI verfolgt dieser Schritt zwei Absichten. Oberflächlich dient es dazu, Beteiligungen an frühen Firmen zu erwerben und zukünftige Renditen zu erzielen; tiefergehend geht es darum, diese Start-ups in sein Ökosystem einzubinden – zumindest sicherzustellen, dass sie sich nicht standardmäßig Konkurrenten wie Anthropics Claude Code zuwenden. Da die Kosten für Inferenz weiter sinken, könnten heute verteilte Token morgen fast ohne Kosten entstehen, wodurch die erhaltenen Anteile noch attraktiver wirken. Die öffentliche Meinung hat sich naturgemäß gespalten. Befürworter argumentieren, dies helfe Start-ups dabei, ihre größte Kostenposition zu beseitigen: die Rechnung für KI-Infrastrukturstrukturen. Gerade bei frühphasigen Unternehmen mit knappen Finanzmitteln verschlingt diese Ausgabe oft unverhältnismäßig viele Ressourcen. Gegner hingegen berufen sich auf klassische Warnungen großer Plattformanbieter. Der Seed-Investor Jason Calacanis postete: „Wer diese Tokens annimmt, läuft Gefahr, dass OpenAI Ihr Geschäft untersucht, Ihre Ideen kopiert und sie dann in kostenlosen Produkten integriert – eine klassische Strategie von Plattformbetreibern, Vorsicht, Gründer!" Das Kernproblem lautet: Lohnt es sich neben dem Standarddeal von YC (500.000 US-Dollar gegen sieben Prozent Beteiligung) zusätzlich Anteile für Budgets von Tokens eines einzigen KI-Anbieters abzugeben? Zumal auch bereits Anteile für Seed-Investoren (die häufig etwa zwanzig Prozent beanspruchen) sowie frühe Mitarbeiter vorgesehen sind. Ein größeres Risiko besteht vielleicht darin, dass Start-ups die ihnen übergebenen OpenAI-Token verbrennen, aber keine Ergebnisse liefern können und damit Anteile umsonst abgegeben haben. Dennoch mag es in der Frühphase immer noch besser sein als Bezahlung in bar.
