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Robotik

1X NEO-Roboterhand löst Handproblem der Robotik

1X Robotics hat mit der Vorstellung einer neu entwickelten Roboterhand für seinen Heim-Humanoiden NEO einen Meilenstein auf dem Weg zur alltagstauglichen humanoiden Robotik gesetzt. Das Unternehmen behauptet damit, das als Hands-Problem bekannte Zentralthema gelöst zu haben: die mechanische und softwarebasierte Nachbildung menschlicher Hand in Bezug auf Kraft, Geschicklichkeit und Flexibilität. Dar Sleeper, Chief Product Officer bei 1X, bestätigte in Interviews, dass die neue Hand menschenähnliche Dexterytät erreicht und die bisherige Lücke schließt. Die technische Umsetzung basiert auf einem sehnengesteuerten System, bei dem Motoren im Unterarm über flexible Kabel die Fingerbewegungen steuern. Dieses Design reduziert das Gewicht, erhöht die Präzision und ermöglicht ein stoßdämpfendes Verhalten bei Kontakt. Mit 25 Freiheitsgraden liegt die Hand nahe an den 27 Grad der menschlichen Anatomie. Sie kann Gegenstände greifen, drehen, Werkzeuge bedienen, USB-C-Kabel stecken, Tee einschenken, Trauben nach Farbe sortieren und Gebärdensprache verwenden. Das Modul ist zudem wasserdicht und mechanisch so robust konstruiert, dass es alltägliche Belastungen wie das Tragen von Gepäck standhält. Die Entwicklung dauerte etwa eineinhalb Jahre, wobei frühere Prototypen aufgrund ihrer massiven Bauweise verworfen wurden. Für die Fertigung setzt 1X auf einen modulare Aufbau, der eine skalierbare Produktion ähnlich wie ein Bausystem erlaubt. Die Produktionsinfrastruktur wird massiv ausgebaut. Die Fabrik in Hayward, Kalifornien, ist initial auf 10.000 NEO-Roboter pro Jahr ausgelegt. Eine zweite Anlage in San Carlos soll die Kapazität schrittweise auf bis zu 250.000 Einheiten jährlich steigern. Die Finanzierung sicherten die Macher mit 100 Millionen US-Dollar im Jahr 2024, unterstützt durch strategische Investoren wie OpenAI und Samsung. Der NEO ist für 20.000 US-Dollar im Kauf oder 500 US-Dollar monatlich als Service verfügbar. Auf Basis von 10.000 Vorbestellungen nach einer ersten Demonstrationsveranstaltung plant 1X, erste Exemplare an ausgewählte Frühkunden im Jahr 2026 auszuliefern. Der Fokus auf humanoide Hände ist strategisch und technologisch begründet. CEO Bernt Børnich verweist darauf, dass menschliche Intelligenz maßgeblich durch taktile Exploration geprägt ist. Eine menschennahe Handstruktur ermöglicht zudem die direkte Übertragung von Trainingsdaten aus Alltagsvideos auf KI-Weltmodelle. Dies beschleunigt das Erlernen komplexer Handlungen wie Kochen, Wäschefalten oder Spülmaschine ausräumen, da die Robotik auf bestehende Videodatenbanken des Internets zurückgreifen kann. Der humanoide Formfaktor werde bewusst gewählt, da die gesamte Lebens- und Arbeitsinfrastruktur infrastrukturell an den menschlichen Körper angepasst sei. Im Wettbewerbsumfeld sticht 1X durch diesen Ansatz heraus. Konkurrenten wie Weave Robotics mit dem Isaac 1 und Sunday Robotics mit dem Memo setzen auf Radfahrwerke und Greifzangen, während Tesla mit Optimus ebenfalls humanoide Systeme anstrebt. Einige Investoren warnen vor unnötiger Komplexität und Kosten durch die Nachahmung des menschlichen Körpers. Sleeper widerspricht dem mit dem Hinweis, dass die menschliche Anatomie der effizienteste Hebel für die Interaktion mit einer nach menschlichen Maßstäben gebauten Umwelt bleibt. Mit der neuen Hand und den skalierten Fertigungskapazitäten positioniert sich 1X als ernstzunehmender Mitbewerber für den kommerziellen Einstieg humanoider Roboter in Privathaushalte.

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