Intel bringt Frame-Generation-Technik für alle GPUs heraus
Intel tritt mit einem neuen Ansatz im PC-Gaming-Markt auf, indem es seine KI-basierte Bildupscaling-Technologie XeSS 2 erweitert – nun inklusive Multi-Frame-Generation, die es ermöglicht, die Bildraten künstlich zu steigern, ohne auf Nvidia-GPUs angewiesen zu sein. Im Zentrum steht die neue Panther-Lake-Plattform, die Intel bei einer Präsentation in Phoenix vorstellte. Im Gegensatz zu Nvidia, das seine Frame-Generation-Technologie (DLSS Frame Generation) ausschließlich auf RTX-50-Serien-GPUs ausrichtet, positioniert Intel XeSS 2 als hardwareagnostisch: Die Technologie soll auf Intel- und AMD-Chips laufen, wodurch sie besonders für leistungsschwächere Systeme, wie Handheld-PCs (z. B. MSI Claw 8 AI+) oder günstigere Gaming-PCs, attraktiv wird. In einer Demo mit dem Remake von Painkiller erreichte ein Prototyp mit 12 Xe3-Kernen und 45 W Leistung bei 1080p etwa 150 fps mit 4-facher Frame-Generation – bei einer Ausgangs-Framerate von nur 30–50 fps. Intel verspricht, dass Nutzer die Funktion aktivieren oder deaktivieren können, um Latenz zu vermeiden, die durch die Vorhersage von Frames entsteht. Tom Petersen, Leiter Graphics & Software bei Intel, erklärte, dass selbst bei 30 fps mit 4x-Generation ein stabiler Effekt erzielt werden könne, da die Latenz bei niedrigeren Bildraten weniger spürbar sei. Doch die Technologie bleibt umstritten. Kritiker bezeichnen Frame-Generation als „falsche Bilder“, da sie künstlich erzeugte Frames zwischen echte einfügt, was zu Bewegungsunschärfen oder visuellen Artefakten führen kann – besonders bei dynamischen Szenen wie Feuer oder schnellen Bewegungen. Intel verspricht Verbesserungen durch zukünftige KI-Modelle, die beispielsweise Mausbewegungen vorhersagen könnten, um die Latenz zu kompensieren. Zudem wird an einer „prädiktiven Frame-Generation“ gearbeitet, die nur in Momenten mit geringer Latenzempfindlichkeit aktiviert wird. Obwohl Intel mit XeSS 2 einen wichtigen Schritt in Richtung offener, plattformübergreifender KI-Technologie macht, hinkt es bei der Spieleunterstützung hinter AMD und Nvidia zurück. Während DLSS 4 in über 175 Spielen läuft und FSR 4 in mehr als 85 Titeln verfügbar ist, listet Intel aktuell über 200 Spiele mit XeSS-Unterstützung, aber die Integration ist unregelmäßig. Zudem benötigt XeSS auf AMD-Systemen eine Kompatibilitäts-Schicht, die die Leistung beeinträchtigt. Dennoch sieht Intel in der Technologie ein entscheidendes Werkzeug, um günstigere Systeme leistungsfähiger zu machen – ohne auf teure GPUs angewiesen zu sein. Industriebeobachter sehen in Intels Strategie eine klare Positionierung als Gegenentwurf zu Nvidia: nicht nur technologisch, sondern auch in der Philosophie. Während Nvidia mit exklusiven Hardware-Features den Markt dominiert, setzt Intel auf Offenheit und Reichweite. Ob dies reicht, um die Lücke zu schließen, bleibt abzuwarten – vor allem, da die KI-Engine von XeSS 2 noch in der frühen Phase ist. Doch für Gamer mit mittleren Budgets und Hersteller von leistungsstarken Handhelds könnte Intel bald eine attraktive Alternative darstellen.
