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Teen-Gründer: Bindwell erhält 6 Mio. USD für AI-gesteuerte sichere Pestizide

Bindwell, ein Agri-Tech-Unternehmen aus San Francisco, das Künstliche Intelligenz (KI) zur Beschleunigung der Pestizidentwicklung einsetzt, hat eine Seed-Finanzierungsrunde von 6 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Die Runde wurde gemeinsam von General Catalyst und A Capital geleitet, mit Beteiligung von SV Angel und Y Combinator-Gründer Paul Graham, der auch persönlich investiert hat. Vor der Y Combinator-Winter-2025-Serie hatte das Startup bereits eine Pre-Seed-Runde von Character Capital abgeschlossen. Gegründet wurden Bindwell 2024 von den 18-jährigen Tyler Rose und 19-jährigen Navvye Anand, die bereits während ihres Studiums am Wolfram Summer Research Program an einem KI-Modell für die Arzneimittelentwicklung arbeiteten – einem Projekt, das später in einer Publikation der Nature Scientific Reports zitiert wurde. Ursprünglich wollten die beiden Gründer ihre KI-Tools an etablierte Agrochemieunternehmen verkaufen. Doch während des Y Combinator-Programms stießen sie auf wenig Interesse. Nach einem Gespräch mit Paul Graham im Hinterhof seines Hauses entschieden sie sich stattdessen, ihre eigenen KI-Modelle zu nutzen, um neue Pestizimmoleküle inhouse zu entwickeln und das geistige Eigentum direkt zu lizenzieren – eine strategische Wende, die heute die Basis ihres Geschäftsmodells bildet. Die globale Landwirtschaft steht vor einer Herausforderung: Seit drei Jahrzehnten hat sich die Pestizidnutzung verdoppelt, dennoch gehen jährlich bis zu 40 Prozent der weltweiten Ernte durch Schädlinge und Krankheiten verloren. Pflanzen entwickeln Resistenz, was zu einem Teufelskreis aus immer mehr Chemikalien führt, der Ökosysteme schädigt. Die meisten Hersteller arbeiten noch mit veralteten Molekülen, während Bindwell mit KI eine neue Generation gezielter, nachhaltiger Pestizide anstrebt. Bindwells KI-Plattform besteht aus mehreren spezialisierten Modellen: Foldwell, eine angepasste Version von DeepMind’s AlphaFold, zur Strukturschätzung von Proteinen; PLAPT, ein offener, hochschneller Modell für die Vorhersage von Protein-Ligand-Wechselwirkungen, das Milliarden von Molekülen in unter sechs Stunden analysieren kann; und APPT, ein Modell für Protein-Protein-Interaktionen, das laut Angaben 1,7-mal besser abschneidet als bestehende Lösungen. Zudem verfügt die Plattform über ein Unsicherheitsquantifizierungssystem, das die Zuverlässigkeit der Ergebnisse bewertet. Die KI-Modelle sind bis zu viermal schneller als AlphaFold 3 und können gezielt Proteine identifizieren, die nur bei Schädlingen vorkommen, aber nicht bei Menschen, nützlichen Insekten oder Wasserflöhen. So können Moleküle entworfen werden, die gezielt die Funktion dieser Proteine stören, ohne die Umwelt zu schädigen. Bindwell testet derzeit die Wirksamkeit seiner KI-generierten Moleküle in einem Labor in San Carlos und arbeitet mit externen Partnern zur Validierung. Die Gründer sind bereits in Gesprächen mit globalen Agrochemieunternehmen, wobei erste Lizenzverträge in Kürze erwartet werden. Zudem laufen Gespräche mit Partnern in Indien und China für Feldversuche. Derzeit arbeitet das Team aus vier Mitarbeitern, ergänzt durch externe Vertragspartner für die Molekülsynthese. Mit dem neuen Kapital will Bindwell die Forschung vorantreiben, die KI-Modelle weiter optimieren und die erste Lizenzierung realisieren – ein Schritt, der das alte, langsame Modell der Pestizidentwicklung revolutionieren könnte.

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