Meta-Verluste trotz AI-Erfolge: Aktien fallen nach Q3-Angaben um 9 %
Meta zeigte im dritten Quartal ein überraschend starkes Ergebnis mit einem Umsatz von 51,24 Milliarden Dollar, der die Erwartungen der Analysten deutlich übertraf. Dennoch sank der Aktienkurs nachbörslich um fast 9 Prozent, da mehrere Faktoren die Marktstimmung belasteten. Zentral war dabei eine einmalige Steuerbelastung von 15,9 Milliarden Dollar, die durch die Umsetzung des „One Big Beautiful Bill Act“ unter Donald Trump verursacht wurde. Diese Maßnahme führte zu einer Bewertungsreserve für US-Bundessteuervermögen und wirkte sich als nicht barer Aufwand aus. Trotz dieser Belastung erwartet Meta eine signifikante Reduzierung seiner zukünftigen Bargeldsteuerlast – ohne den Sonderaufwand würde die effektive Steuerquote von 87 Prozent auf 14 Prozent sinken, was die Finanzierung der geplanten Investitionen erleichtern soll. Ein weiterer Schwerpunkt des Calls war die explodierende Kapitalausgabe für KI-Infrastruktur. Meta rechnet für 2024 mit Ausgaben zwischen 70 und 72 Milliarden Dollar und erwartet, dass die Investitionen im Jahr 2026 noch stärker ansteigen werden. CEO Mark Zuckerberg betonte, dass die Firma „neue Fähigkeiten“ aufbauen müsse, was eine aggressive Ausweitung von eigenen Rechenzentren und Drittanbieter-Cloud-Ressourcen erfordere. Als zentrale Treiber der Kosten nannte CFO Susan Li sowohl Rechenleistung als auch die Anwerbung von KI-Experten. Die Gehälter werden 2026 die zweitgrößte Kostenkomponente sein, da die Einstellungen aus 2025 vollständig wirken und neue Talente in Schlüsselbereichen rekrutiert werden. Die Reality Labs-Abteilung bleibt weiterhin ein Verlustgeschäft, mit einem operativen Verlust von 4,43 Milliarden Dollar – leicht verbessert gegenüber dem zweiten Quartal. Der Umsatz stieg auf 470 Millionen Dollar, vor allem durch eine vorweihnachtliche Nachfrage nach Quest-Headsets. Doch ohne neue Geräteentwicklungen drohen langfristige Herausforderungen. Im Gegenzug zeichnet sich eine starke Entwicklung bei den KI-Brillen ab: Die neuen Ray-Ban Displays waren binnen 48 Stunden in fast allen Stores ausverkauft, und Demo-Termine sind bis Ende nächsten Monats ausgebucht. Zuckerberg sieht hier ein „sehr profitables Investment“, da die Einnahmen nicht nur aus Hardware, sondern auch aus Dienstleistungen auf den Geräten kommen werden. AI treibt zudem die Nutzerbindung in den Kern-Apps: Empfehlungsalgorithmen haben die Nutzungsdauer auf Facebook um 5 Prozent, auf Threads um 10 Prozent und auf Instagram-Videos um über 30 Prozent gesteigert. Reels erreicht nun einen jährlichen Umsatz von über 50 Milliarden Dollar. Generative AI für Werbetreibende, wie KI-generierte Musik, steigert die Werbeleistung und könnte zukünftig Verluste aus Reality Labs kompensieren. Industrieexperten sehen die KI-Investitionen als notwendiges Risiko, das aber langfristig entscheidend für den Wettbewerbsvorteil ist. Meta bleibt trotz kurzfristiger Turbulenzen auf einem starken Kurs, wenn es gelingt, die hohen Ausgaben in nachhaltige Gewinne zu verwandeln. Die Kombination aus Infrastruktur, Talent und neuen Produkten wie KI-Brillen könnte Meta zu einem führenden KI-Player machen – vorausgesetzt, die Markteinführung hält, was die Erwartungen versprechen.
