Ant Group fördert inklusives AI und tokenisierte Zahlungen für KMU
Im Rahmen der Singapore FinTech Festival 2025 stellte Eric Jing, Vorsitzender von Ant Group, die strategische Ausrichtung seines Unternehmens auf inklusive KI und die Zusammenarbeit im Bereich tokenisierter Settlements vor. Zentrales Anliegen sei es, kleine und mittlere Unternehmen (SMEs) mit leistungsstarken, künstlich-intelligenten Zahlungs- und Operationswerkzeugen auszustatten, um die nächste Welle der globalen Produktivitätsrevolution zu unterstützen. In einer Podiumsdiskussion mit Agustín Carstens (ehem. Generaldirektor BIS), Ravi Menon (Vorsitzender GFTN) und Moderator Dr. Razeen Sally betonte Jing, dass KI nicht nur Effizienz steigere, sondern auch Chancengerechtigkeit fördere – insbesondere für Unternehmen mit begrenzten digitalen Ressourcen. Ein zentrales Element der Strategie ist der Aufbau von „agentic payments“ – autonom agierenden KI-Agenten, die als virtuelle CFOs und COOs für SMEs agieren. Antom, die internationale Tochtergesellschaft von Ant Group, setzt hier mit dem Antom Copilot ein, der die Zahlungsintegration um über 90 % beschleunigt, die Erfolgsquote bei Chargebacks um drei Prozentpunkte steigert und die Bearbeitungszeit um 46 % verkürzt. Zudem wurde die App EPOS360 vorgestellt, die Point-of-Sale-System, Zahlungen, Bankdienstleistungen, Kredite und Wachstumsunterstützung in einer Plattform vereint – speziell für Mikro-, Klein- und Mittelständische Unternehmen (MSMEs) konzipiert, um den Übergang von der Gründung zur Skalierung zu erleichtern. Jing betonte, dass agente-basierte Systeme bereits in der Entwicklung sind und komplexe, end-to-end-Transaktionen autonom koordinieren können. Besonders vielversprechend sei die tokenisierte Geldumlauf- und grenzüberschreitende Abwicklung, die durch die Zusammenarbeit mit der Monetary Authority of Singapore (MAS) vorangetrieben wird. In Projekten wie Project Guardian und PathFin.ai testet Ant International die Nutzung von Blockchain und KI für Echtzeit-Settlements, was insbesondere für global tätige SMEs von Vorteil ist. Die tokenisierte Zahlung ermöglicht transparente, sichere und schnelle Transaktionen – ein entscheidender Faktor für die Integration kleinerer Akteure in globale Wertschöpfungsketten. Durch die Teilnahme an den Regulierungs-Sandboxes der MAS erhalte Ant International nicht nur Rechtssicherheit, sondern auch wertvolle Feedback- und Optimierungsmöglichkeiten. Die Falcon Time-Series Transformer (TST)-Modell, ein 8,5-Milliarden-Parameter-KI-Modell für Devisen- und Liquiditätsprognosen, habe die Vorhersagegenauigkeit erheblich verbessert und somit Hedgeskosten in volatilen Märkten reduziert. Jing würdigte die proaktive Rolle der MAS als Vorbild für gelungene öffentlich-private Partnerschaften in der Finanztech-Entwicklung. Ant International, das 2024 unabhängig wurde und seinen Hauptsitz in Singapur hat, arbeitet mit über 1.400 institutionellen Partnern zusammen und versorgt 150 Millionen Händler weltweit. Sein Netzwerk umfasst globale Wallets und nationale QR-Systeme, die insgesamt über 1,8 Milliarden Nutzer erreichen. Die Fokussierung auf Inklusion, KI und technologische Kooperation zeigt, wie digitale Finanzdienstleistungen strategisch eingesetzt werden können, um wirtschaftliche Chancen für alle Größenordnungen zu eröffnen. Industrieexperten sehen in der Ant-MAS-Kooperation eine wegweisende Form der Regulierungsförderung. Die Integration von KI und Blockchain in realen Anwendungen, unterstützt durch regulatorische Sandboxes, sei entscheidend für die Skalierbarkeit und Sicherheit innovativer Finanztechnologien. Ant International positioniert sich damit nicht nur als globaler Player, sondern als treibende Kraft für eine inklusivere digitale Wirtschaft.
