Trump-Vertrauter fordert: Tech-Firmen tragen Datenzentren-Kosten
Peter Navarro, ehemaliger Handelsberater von Präsident Donald Trump, hat erneut Forderungen nach einer stärkeren Verantwortung der Tech-Unternehmen für die Folgen des rasanten Ausbaus von KI-Datenzentren erhoben. In einem Interview mit Fox News’ „Sunday Morning Futures“ betonte Navarro, dass Unternehmen, die Datenzentren bauen, „alle Kosten tragen müssen“ – einschließlich Strom, Wasser und Belastung des Stromnetzes. Er warnte davor, dass Steuerzahler die Folgen der KI-Expansionswelle nicht weiter tragen sollten. „Die amerikanischen Bürger dürfen nicht leiden“, sagte er, und betonte, dass die Regierung sicherstellen müsse, dass der AI-Ausbau nicht zu Lasten der Bevölkerung gehe. Die Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Energiekosten durch den Boom der Datenzentren zunehmend kritisch beobachtet werden. Tech-Riesen wie Meta und Apple haben massive Investitionen angekündigt: Meta plant eine Ausgabe von 600 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastruktur, Apple erhöhte seine US-Pläne um weitere 100 Milliarden, was insgesamt 600 Milliarden US-Dollar ausmacht. Gleichzeitig stiegen die Energiekosten deutlich: Laut einer Studie von PowerLines, einer Nichtregierungsorganisation für Verbraucherschutz, forderten Versorgungsunternehmen letztes Jahr 31 Milliarden US-Dollar an Preiserhöhungen – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Viele Anbieter begründen dies mit dem steigenden Energiebedarf großer Datenzentren. Trump selbst hatte bereits in einem Beitrag auf Truth Social betont: „Ich will nie, dass Amerikaner höhere Stromrechnungen zahlen, weil von Datenzentren.“ Stattdessen müssten die großen Technologieunternehmen „ihren eigenen Weg gehen“. Navarro unterstrich, dass der US-Ausbaus von Datenzentren nicht nur wirtschaftlich, sondern auch aus Sicherheitsgründen entscheidend sei. „Wir müssen China und andere führen“, sagte er, da KI „eine der gefährlichsten Waffen im Krieg“ werden könne. Reaktionen aus der Industrie zeigen erste Anzeichen von Verantwortungsbewusstsein. Anthropic kündigte an, 100 Prozent der Kosten für Netzausbau-Upgrade-Projekte zu übernehmen, die mit seinen KI-Datenzentren verbunden sind. Die Firma betonte, dass der schnelle Ausbau notwendig sei, um die nationale Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit zu sichern – aber dass die Last nicht auf den Steuerzahler abgewälzt werden dürfe. Microsoft verfolgt einen ähnlichen Ansatz: Es wird die Stromkosten für seine Datenzentren so hoch kalkulieren, dass sie die Belastung für die lokalen Netze minimieren und die Gemeinden nicht übermäßig belasten. Die Debatte zeigt eine zunehmende Spannung zwischen technologischer Spitzenstellung und sozialer Verantwortung. Während die US-Regierung den Ausbau der KI-Infrastruktur als strategisch wichtig erachtet, wächst der Druck, dass die Kosten nicht auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. Experten sehen in der Forderung nach „Internalisierung“ der Kosten einen möglichen Vorboten für zukünftige Regulierungsmaßnahmen. Unternehmen, die proaktiv Kosten tragen, könnten sich dabei einen Vorteil gegenüber Wettbewerbern sichern, die auf staatliche Subventionen setzen. Die Balance zwischen Innovation, Infrastruktur und Gerechtigkeit bleibt zentral – nicht nur für die KI-Entwicklung, sondern auch für die langfristige Stabilität der Energieversorgung.
