Micron erwartet Rekordgewinn durch AI-Boom, Aktie steigt um 7 %
Micron Technology hat am Mittwoch eine überraschend positive Gewinnprognose für das zweite Quartal abgegeben und damit die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Das Unternehmen rechnet mit einem bereinigten Gewinn pro Aktie, der fast das Doppelte der Erwartungen der Wall-Street-Analysten beträgt. Dieser Aufschwung wird vor allem auf die steigende Nachfrage nach Speicherchips durch künstliche Intelligenz (KI)-Rechenzentren zurückgeführt. Die Nachfrage nach High-End-Speicherlösungen, insbesondere für grafische und maschinelles Lernen, hat die Preise für DRAM- und NAND-Speicherchips in die Höhe getrieben, während gleichzeitig die Lieferketten angespannt bleiben. Die begrenzte Produktionskapazität und die technologische Komplexität der neuesten Chip-Generationen verschärfen die Engpässe. Infolge der Prognose stiegen die Aktien von Micron um 7 Prozent, was die starke Markterwartung für die KI-Getriebenheit des Speichermarktes widerspiegelt. Analysten sehen in der Entwicklung eine Bestätigung der Trendwende: Die KI-Revolution treibt nicht nur die Nachfrage nach Rechenleistung, sondern auch diejenige nach Speicher, was für Speicherhersteller wie Micron, Samsung und SK Hynix erhebliche Wachstumsmöglichkeiten eröffnet. Micron, ein führender Anbieter von Speicherlösungen, hat in den vergangenen Jahren erheblich in die Produktion neuer, leistungsfähigerer Chips investiert, insbesondere in 1α- und 1β-NAND-Technologien. Die gestiegene Nachfrage aus dem Bereich KI, aber auch aus der Cloud-Infrastruktur, Automobilindustrie und mobilen Geräten, treibt die Umsätze an. Die Prognose unterstreicht zudem, dass die Branche von einer strukturellen Veränderung profitiert – nicht mehr nur saisonale Schwankungen, sondern eine nachhaltige Nachfrage nach Hochleistungsspeicher. Experten erwarten, dass sich dieser Trend in den kommenden Quartalen fortsetzen wird, solange die KI-Entwicklung weiter voranschreitet. Die aktuelle Situation zeigt, dass Speicherchips zunehmend zum entscheidenden Baustein der digitalen Infrastruktur werden. Industrieanalysten sehen in Microns Prognose eine Bestätigung der strategischen Ausrichtung auf KI-orientierte Produkte. „Micron hat früh erkannt, dass KI nicht nur eine neue Anwendung ist, sondern eine fundamentale Veränderung der Speicherarchitektur erfordert“, sagt ein Branchenexperte von Gartner. Die Firma ist nach Samsung und SK Hynix der drittgrößte Speicherhersteller weltweit und hat in den letzten Jahren ihre Fertigungsstätten in den USA und Asien modernisiert. Die steigenden Preise und die hohen Margen im KI-Segment könnten auch zu einer Neuausrichtung der Wettbewerbslandschaft führen, da kleinere Hersteller Schwierigkeiten haben, mit den hohen Investitionen Schritt zu halten. Langfristig könnte Micron durch seine Positionierung im Hochleistungssegment weiter an Marktanteil gewinnen, besonders wenn sich die Nachfrage nach KI-basierten Datenzentren weiter beschleunigt.
