OpenAI warnt vor überzogener AI-Begeisterung trotz Milliarden-Finanzierung
OpenAI-Chef Sam Altman hat in einem Interview mit CNBC eine Warnung vor einer überzogenen Begeisterung für Künstliche Intelligenz (KI) ausgesprochen und dabei die Möglichkeit angesprochen, dass KI-Systeme der nächsten Generation, insbesondere allgemeine KI (AGI), das traditionelle Geldsystem obsolet machen könnten. Seine Aussage, dass die KI-Modelle bereits die Grenzen des Chat-Anwendungsfalls erreicht hätten und sich möglicherweise sogar verschlechtern könnten, stieß auf großes Aufsehen – gerade nach dem enttäuschenden Launch von GPT-5, dem nach zwei Jahren Entwicklungszeit und Milliardeninvestitionen nur geringe Leistungssteigerungen bescheinigt wurden. Dieser Desillusionierung folgte eine Reihe weiterer negativer Signale: Eine Studie des MIT, auf die sich UBS berief, ergab, dass 95 % der befragten Unternehmen bisher keine messbare Rendite aus ihren KI-Investitionen ziehen konnten. Trotzdem drängen Tech-Riesen wie Microsoft und Amazon ihre Mitarbeiter, KI-Tools zu nutzen – bei Microsoft sogar als Pflicht, bei Amazon sogar als Kriterium für Beförderungen. Ein viral gewordenes Meme aus Google fasst die Stimmung treffend zusammen: „Du weißt, dass eine Technologie funktioniert, wenn du sie erzwungen loben musst, um deinen Job zu behalten.“ Gleichzeitig bleibt OpenAI selbst aktiv im Finanzmarkt: Die Firma führt eine neue Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von 300 Milliarden US-Dollar durch, angeführt von SoftBank, dem bekannten Börsenjäger, der früher an der Spitze von Tech-Bubble-Phasen stand. Gleichzeitig verkaufen aktuelle und ehemalige Mitarbeiter Aktien im Wert von 6 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 500 Milliarden Dollar – ein klares Zeichen, dass einige der intelligentesten Köpfe im Unternehmen bereits aussteigen. Die Diskrepanz zwischen der Warnung vor einer KI-Überhitzung und der gleichzeitigen Milliardenfinanzierung wirkt paradox. OpenAI warnt selbst Investoren auf seiner Website: „Es könnte schwierig sein zu verstehen, welche Rolle Geld in einer post-AGI-Welt spielen wird.“ Die Kritik an der derzeitigen KI-Blase wird immer lauter. Chamath Palihapitiya kehrt mit einem neuen SPAC zurück – ein Indiz für die Fortdauer von „Froth“-Trends in Silicon Valley. Die Parallele zu Enron ist nicht zufällig: Auch damals wurde das Unternehmen aufgrund überzogener Erwartungen hoch bewertet, bis es zusammenbrach. Die aktuelle Stimmung ist eine Mischung aus Begeisterung, Skepsis und Angst vor einer Entwertung der Investitionen – besonders wenn die vielversprechende AGI-Revolution letztlich nicht die Wirtschaftsordnung verändert, sondern nur neue, teure Tools hervorbringt, ohne echte Produktivitätssteigerungen zu liefern. In der Branche wird die Entwicklung mit gemischten Gefühlen betrachtet. Einige Experten sehen in den Warnungen Altman’s eine nötige Korrektur, während andere befürchten, dass die Überhitzung der KI-Aktienmärkte zu einem plötzlichen Einbruch führen könnte. Die Tatsache, dass die Schlüsselakteure selbst aussteigen, während sie gleichzeitig die Zukunft der KI als transformative Kraft beschreiben, verstärkt das Misstrauen. OpenAI bleibt weiterhin ein zentrales, aber widersprüchliches Symbol der digitalen Zukunft: eine Firma, die die Gefahren der eigenen Technologie anpreist, während sie gleichzeitig Milliarden aus dem Markt zieht.
