McKinsey rekrutiert Tech-Experten für KI-Zukunft
McKinsey & Company vollzieht einen grundlegenden Wandel in seiner Personalbeschaffung, um der zunehmenden Digitalisierung und dem Aufstieg der künstlichen Intelligenz im Konsultanzgeschäft gerecht zu werden. Wie Ben Ellencweig, Leiter der AI-Sparte QuantumBlack, bestätigte, weitet das Beratungsunternehmen sein Recruiting erheblich aus und rekrutiert verstärkt Fachkräfte aus nicht-traditionellen akademischen und beruflichen Pfaden. Neben Absolventen der Wirtschaftshochschulen fließen nun vermehrt Mathematiker, Informatiker mit Promotion, Startup-Gründer sowie Ingenieure mit praktischer Branchenerfahrung in die Beratung ein. Der strategische Shift wird durch Daten der Arbeitsmarktplattform Draup untermauert. Im Geschäftsjahr bis Mai 2026 sank die Gesamtzahl der Stellenanzeigen der sieben führenden Beratungsfirmen McKinsey, Deloitte, PwC, EY, KPMG, BCG und Bain um rund 24 Prozent. Parallel dazu stieg der Anteil von KI-spezifischen Stellen von 1,4 auf fünf Prozent aller offenen Positionen. Besonders deutlich zeigt sich der Wandel bei den sogenannten Forward-Deployed Engineers, deren Stellenangebote im untersuchten Zeitraum von null auf 1.404 anwuchs. Diese Profile verbinden tiefgreifende technische Expertise im Produktiveinsatz von KI-Systemen mit der beratungsüblichen Kundenansprache und setzen in der Regel mindestens vier bis fünf Jahre Berufserfahrung in der Softwareentwicklung voraus. McKinsey setzt gezielt auf alternative Bildungsgänge wie Coding-Bootcamps und non-akademische Weiterbildungen. QuantumBlack, die KI-Tochter von McKinsey, hat sich innerhalb von zehn Jahren von einer kleinen Gruppe von 47 Datenwissenschaftlern zu einer Abteilung mit mehr als 5.000 Expertinnen und Experten entwickelt, die Data Science, Ingenieurwesen, Produktdesign und Produktmanagement abdeckt. Der Branchenwandel ist nicht auf McKinsey beschränkt. Auch EY und andere Konkurrenten berichteten von ähnlichen Strategieanpassungen, um Techniker, Kreative und Ingenieurwesen fest in ihre traditionell von Ökonomen und Rechnungslegern dominierten Strukturen zu integrieren. Ziel der Transformation ist es, die gesamte Belegschaft technologieaffiner aufzustellen und Beratungsleistungen grundlegend um technologische Kompetenzen zu erweitern. Durch die Fusion von strategischer Unternehmensberatung und praktischer KI-Implementierung positionieren sich die großen Dienstleister neu, um den steigenden Bedarf an datengetriebenen, technisch fundierten Lösungen im Markt zu bedienen. Die Personalbeschaffung entwickelt sich dabei von einer rein akademisch geprägten Auswahl hin zu einer leistungs- und kompetenzbasierten Rekrutierung über das gesamte technologische Ökosystem hinweg.
