Scribe erreicht 1,3-Mrd.-Bewertung mit AI-Tool zur Workflow-Optimierung
Scribe hat nach einer neuen Finanzierungsrunde eine Bewertung von 1,3 Milliarden US-Dollar erreicht und kündigt mit Scribe Optimize eine strategische Erweiterung an, die darauf abzielt, Unternehmen dabei zu helfen, wo KI und Automatisierung wirklich Wirkung zeigen – und nicht als verlorene Investitionen enden. Die all-equity Series-C-Runde von 75 Millionen Dollar wurde von StepStone angeführt, wobei bestehende Investoren wie Amplify Partners, Redpoint Ventures, Tiger Global, Morado Ventures und New York Life Ventures mitwirkten. Das Fünf-Jahres-Startup, gegründet 2019 von CEO Jennifer Smith und CTO Aaron Podoln, hat seit der vorherigen Series-B-Runde im Jahr 2023 nur einen Bruchteil der 25 Millionen Dollar genutzt, was auf eine effiziente Kapitalverwendung hindeutet. Mit dem neuen Kapital will Scribe die Skalierung von Scribe Optimize vorantreiben, einem Plattform-Tool, das Arbeitsabläufe innerhalb ganzer Unternehmen abbildet, um sichtbar zu machen, welche Prozesse am ehesten durch KI oder Automatisierung optimiert werden können. Viele Unternehmen setzen aktuell massiv auf KI, doch laut Smith fehlt ihnen oft die klare Antwort auf die zentrale Frage: „Was sollten wir zuerst automatisieren?“ Traditionelle Ansätze wie Interviews, Workshops oder Beratungsunternehmen sind zeitaufwendig und oft ungenau, da sie das tatsächliche tägliche Arbeiten nicht vollständig erfassen. Scribe Optimize löst dies, indem es über digitale Interaktionen – wie Mausbewegungen, Tastatureingaben und App-Nutzung – in Echtzeit erfasst, was Mitarbeiter tun. Die Plattform extrahiert diese Daten, strukturiert sie und präsentiert sie in einer zentralen Übersicht: Welche Prozesse laufen, wie oft, wie lange und an welchen Stellen es Engpässe gibt. So wird sichtbar, wo Automatisierung echten Mehrwert bringt. Das Kernprodukt Scribe Capture, das bereits vor dem GenAI-Hype entwickelt wurde, dokumentiert Prozesse automatisch über eine Browser-Erweiterung und Desktop-App, erstellt Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit Text und Screenshots und ermöglicht so eine effiziente Wissensweitergabe. Kunden berichten, dass sie durch Scribe 35 bis 42 Stunden pro Mitarbeiter und Monat sparen und neue Mitarbeiter 40 Prozent schneller einarbeiten können. Scribe hat bereits über 10 Millionen Arbeitsabläufe in 40.000 Softwareanwendungen dokumentiert, verfügt über mehr als fünf Millionen Nutzer und ist in 94 Prozent der Fortune-500-Unternehmen im Einsatz. 78.000 Organisationen zahlen für die Dienste, darunter T-Mobile, LinkedIn, HubSpot und Northern Trust. Im Gegensatz zu Wettbewerbern wie Tango, Iorad, UserGuiding oder Spekit positioniert sich Scribe nicht primär als Dokumentations-Tool, sondern als Lösung für die tiefere Frage nach der KI-Implementierung. „Die Ironie ist, dass die Einführung von KI-Agenten bis heute extrem manuell ist“, sagt Smith. Scribe wächst rasant: Umsatz mehr als verdoppelt, Bewertung fünffach gestiegen, Mitarbeiterzahl von 120 auf 240 in den nächsten 12 Monaten geplant. Schwerpunktmärkte außerhalb der USA sind Großbritannien, Kanada, Australien und Europa. Die Strategie basiert auf einer Bottom-up-Adoption: Mitarbeiter nutzen Scribe, weil es ihnen hilft – und erst danach übernehmen Teams und Abteilungen die Lösung. Industrieanalysten sehen in Scribe eine der wenigen KI-Plattformen, die nicht nur Prozesse dokumentiert, sondern auch die entscheidende Brücke zwischen menschlichem Wissen und automatisierter Effizienz schlägt. „Scribe löst ein zentrales Problem: Die KI-Implementierung ohne echte Prozesskenntnis ist wie ein Auto ohne Karte“, sagt ein Experte für digitale Transformation. Die starke Marktposition in den Fortune-500-Unternehmen und die hohe Nutzerakzeptanz deuten auf eine nachhaltige Wachstumsspirale hin.
