US-Trainierte Wissenschaftler verlassen oft das Land – doch die USA profitieren weiter
Rund 25 Prozent der wissenschaftlich tätigen, in den USA promovierten Doktoranden in den Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen und Mathematik (STEM) verlassen das Land innerhalb von 15 Jahren nach Abschluss ihres Studiums. Dies ergibt eine umfassende Analyse neuer Daten aus dem Zeitraum von 1980 bis 2024. Die Abwanderungsrate variiert je nach Fachrichtung: Sie ist im Bereich der Lebenswissenschaften niedriger, während sie in den Schlüsselbereichen Künstliche Intelligenz (AI) und Quantenwissenschaft deutlich höher liegt. Dennoch bleibt der Gesamttrend über mehrere Jahrzehnte hinweg stabil. Diese Zahlen stellen eine weit verbreitete Annahme in Frage, dass die Abwanderung hochqualifizierter Wissenschaftler die wirtschaftliche und technologische Dominanz der USA schwächt. Tatsächlich zeigt die Studie, dass die USA auch dann von den Leistungen dieser ausländischen Wissenschaftler profitieren, wenn sie das Land verlassen. Obwohl der Anteil der weltweiten Patentzitierungen, die auf die Forschung dieser Doktoranden zurückgehen, von 70 Prozent auf 50 Prozent sinkt, wenn sie ins Ausland ziehen, bleibt ihr Beitrag immer noch fünfmal größer als der Beitrag des jeweiligen Ziellandes. Zudem entspricht der US-Anteil an diesen Zitierungen dem Gesamtbeitrag aller anderen Länder zusammen. Dies unterstreicht, dass die USA durch ihre herausragende Forschungsinfrastruktur und Ausbildungskultur nicht nur die besten Köpfe anziehen, sondern auch langfristig von deren globaler Wirkung profitieren – selbst wenn diese nicht im Land bleiben. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Ausbildung von internationalen Wissenschaftlern eine strategisch wertvolle Investition ist. Die USA profitieren nicht nur direkt durch Innovationen und Patente, sondern auch indirekt durch den globalen Einfluss ihrer Forschungslandschaft. Die durch die Ausbildung erzeugte Wissenskette bleibt auch nach der Migration erhalten, da die Forscher oft weiterhin mit US-Universitäten kooperieren, Forschungsergebnisse publizieren oder ihre Arbeit auf US-Technologien aufbauen. Dies wirkt sich positiv auf die internationale Reputation der US-Forschung aus und stärkt den langfristigen technologischen Vorsprung. Industrieexperten sehen die Daten als Bestätigung dafür, dass die globale Vernetzung von Wissenschaft und Innovation kein Nullsummenspiel ist. „Die USA haben nicht nur eine führende Rolle in der Forschung, sondern auch eine globale Einflusssphäre geschaffen, die selbst dann wirkt, wenn die Menschen das Land verlassen“, sagt eine führende Wirtschaftswissenschaftlerin aus dem Silicon Valley. Unternehmen wie Google, NVIDIA oder Pfizer nutzen diese globale Netzwerkstruktur aktiv, um Talente weltweit zu rekrutieren und Forschungskooperationen zu fördern. Die USA sind damit nicht nur ein Zentrum der Wissensproduktion, sondern auch ein zentraler Knotenpunkt im globalen Wissenschaftsnetzwerk. Die Studie unterstreicht, dass der wissenschaftliche Vorsprung der USA weniger von der physischen Anwesenheit von Wissenschaftlern abhängt, sondern vielmehr von der Qualität und Reichweite ihrer Ausbildungssysteme – eine Stärke, die sich auch bei Abwanderung bewährt.
