NHS testet KI-Telefonassistent für Langzeitpatienten
Im britischen Gesundheitssystem NHS erprobt ein zweijähriges Forschungsprojekt einen KI-basierten Telefonassistenten für die Überwachung chronisch kranker Patientinnen und Patienten. Das System Dora Care, das von dem Technologieunternehmen Ufonia gemeinsam mit der University of York und der Newcastle University entwickelt wird, führt mit generativer Künstlicher Intelligenz natürliche Gespräche am Telefon. In der ersten Testphase richtet es sich an Menschen mit Osteoporose, einer Knochenerkrankung, von der im Vereinigten Königreich etwa 3,5 Millionen Menschen betroffen sind, insbesondere Frauen und Menschen über 50 Jahre. Die Nachsorgedienste für Frakturpatienten stehen unter Personalmangel, während Frakturbehandlungen den NHS nach Schätzungen jährlich etwa 4,5 Milliarden Pfund kosten. Die KI-Anrufe sollen routinemäßige Kontrollgespräche sicher und empathisch unterstützen, ersetzen aber nicht die reguläre Versorgung im NHS. Die Teilnahme ist freiwillig und erfolgt nach medizinischer und ethischer Genehmigung. Ein Forschungsschwerpunkt liegt darauf, die Sprache des Systems an empathisches Verhalten menschlicher Fachkräfte anzupassen; Linguistinnen und Linguisten untersuchten dafür, wie Empathie in klinischen Gesprächen nicht nur inhaltlich, sondern auch durch Timing und Form der Kommunikation entsteht. Parallel entwickelt das Team der University of York ein Sicherheitsrahmenwerk zur Überwachung der Technologie. Ziel ist es, durch belastbare Sicherheitsnachweise Vertrauen bei medizinischem Personal zu schaffen und sicherzustellen, dass die KI nur verlässliche Informationen für medizinische Entscheidungen liefert. Das Projektteam betont, dass erfolgreiche Erprobungen zu einer Ausweitung auf weitere chronische Erkrankungen wie Diabetes, Herzinsuffizienz oder chronisch obstruktive Lungenerkrankung führen könnten.
