Google setzt Hash-Werte ein, um nonkonsequente Intimbilder in Suchergebnissen zu finden und zu entfernen
Google hat angekündigt, ab sofort mit Hilfe von Hashwerten nicht einvernehmliche intimere Bilder aus seinen Suchergebnissen zu identifizieren und zu entfernen. Die Maßnahme erfolgt im Rahmen einer Partnerschaft mit der Organisation StopNCII.org, die sich speziell für die Bekämpfung der Verbreitung solcher Inhalte einsetzt. In den kommenden Monaten wird Google die von StopNCII bereitgestellten Hashwerte nutzen, um verdächtige Bilder automatisch zu erkennen, ohne die Originaldateien zu speichern oder weiterzugeben. Hashwerte sind eindeutige digitale Fingerabdrücke, die es ermöglichen, bestimmte Bilder oder Videos zu identifizieren, ohne deren Inhalt tatsächlich zu speichern – ein Verfahren, das sowohl Datenschutz als auch Effizienz fördert. StopNCII setzt dabei auf die PDQ-Technologie für Bilder und MD5 für Videos. Die Ankündigung kommt nach Kritik, dass Google im Vergleich zu anderen Tech-Unternehmen wie Facebook, Instagram, TikTok und Bumble, die bereits 2022 mit StopNCII zusammenarbeiteten, relativ langsam reagiert hat. Auch Microsoft hatte im vergangenen September seine Suchmaschine Bing mit dem System integriert. In seinem Blog-Beitrag räumt Google ein, dass die Ausbreitung solcher Inhalte auf dem offenen Web weiterhin eine große Belastung für Betroffene darstellt: „Wir haben von Überlebenden und Aktivisten gehört, dass es bei der Größe des offenen Internets noch mehr zu tun gibt, um die Belastung für Betroffene zu verringern.“ Die neue Maßnahme ist ein Schritt in Richtung proaktiver Inhaltsmoderation. Statt auf Benutzerberichte zu warten, kann Google nun automatisch nach bereits bekannten, missbräuchlich verbreiteten Bildern suchen und diese aus den Suchergebnissen entfernen. Dies soll nicht nur die Sichtbarkeit solcher Inhalte reduzieren, sondern auch die Belastung für Betroffene verringern, die oft jahrelang mit der Verbreitung ihrer Bilder kämpfen müssen. Die Umsetzung wird schrittweise erfolgen und zunächst auf die am häufigsten aufgegriffenen Fälle fokussiert. Experten sehen die Initiative als positiven, wenn auch lang erwarteten Schritt, der die Verantwortung von Plattformen bei der Bekämpfung digitaler Gewalt unterstreicht. Allerdings bleibt die Effektivität abhängig von der Vollständigkeit und Aktualität der Hash-Datenbank. Zudem wird kritisiert, dass die Maßnahme nur auf bereits identifizierte Inhalte beschränkt ist und nicht proaktiv neue Fälle erkennt. Industrieexperten betonen, dass die Zusammenarbeit mit Organisationen wie StopNCII eine notwendige Grundlage für wirksame Maßnahmen sei. Die Integration von Hash-Technologien in Suchmaschinen ist ein wichtiger Meilenstein, der die Rolle von Tech-Giganten bei der Schaffung sichererer digitaler Räume unterstreicht. Gleichzeitig wird gefordert, dass auch andere Plattformen und Regulierungsbehörden ihre Verantwortung wahrnehmen, um den Schutz von Privatsphäre und Sicherheit im Netz zu stärken.
