Belgien: Ausbau der Rechenzentrums-Kapazität für AI und Cloud
Belgien verfügt derzeit über rund 35 bestehende Rechenzentren, wobei der größte Teil der verfügbaren Rack-Kapazität in der Region Brüssel konzentriert ist. Laut dem neuen Bericht „Belgium Existing & Upcoming Data Center Portfolio“ von ResearchAndMarkets.com wird die geplante Erweiterung der Stromkapazität in den kommenden Jahren die digitale Infrastruktur Belgiens signifikant stärken – insbesondere für anspruchsvolle Anwendungen wie Künstliche Intelligenz (AI), Hochleistungsrechnen (HPC) und Cloud-Workloads. Brüssel führt mit über 65 MW IT-Leistungskapazität die Entwicklung der neuen Rechenzentren an, was die Stadt zu einem zentralen Knotenpunkt für digitale Infrastruktur in Nordwesteuropa macht. Zu den führenden Betreibern zählen internationale Player wie Digital Realty, EdgeConneX, LCL Data Centers und Datacenter United, die maßgeblich zur Expansion beitragen. Der Bericht bietet eine detaillierte Analyse von 35 bestehenden Rechenzentren und vier in Planung befindlichen Projekten, die sich über Standorte wie Aalst, Antwerpen, Gent, Leuven, Liege, Zaventem und andere in Wallonien und Flandern erstrecken. Inkludiert sind Daten zu bestehender und zukünftiger White-Flor-Fläche, aktueller IT-Last (2025) sowie geplanten Kapazitätserweiterungen bis 2029. Zudem werden Preise für Retail- und Wholesale-Colocation-Modelle pro Kilowatt (kW) dargestellt, was wertvolle Einblicke in die wirtschaftliche Dynamik des Marktes bietet. Die Infografiken im Bericht vergleichen bestehende und zukünftige Kapazitäten und verdeutlichen die rasanten Wachstumstrends, insbesondere in der Brüsseler Region und im Süden des Landes. Die geplante Erweiterung der Energiekapazität ist entscheidend, da AI- und HPC-Anwendungen hohe Stromintensität erfordern. Belgien profitiert dabei von einer stabilen Energieversorgung, einer günstigen geografischen Lage im Herzen Europas und einer wachsenden Nachfrage nach Rechenzentrumsleistungen durch internationale Tech-Unternehmen und Cloud-Anbieter. Die Expansion wird auch durch die Verfügbarkeit von Flächen und die Nähe zu wichtigen Datenknotenpunkten in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden unterstützt. Industrieexperten sehen in der Entwicklung eine strategische Chance für Belgien, sich als digitales Zentrum in Europa zu etablieren. Die hohe Konzentration von Kapazitäten in Brüssel – einer Stadt mit guter Infrastruktur und Zugang zu EU-Institutionen – könnte zusätzliche Anreize für datenintensive Unternehmen schaffen. Gleichzeitig wird die Diversifizierung in Regionen wie Wallonien und Flandern als positiv bewertet, da sie die wirtschaftliche Verteilung und Resilienz der Infrastruktur stärkt. Die Marktpreise für Rechenzentrumsleistungen liegen in einem wettbewerbsfähigen Bereich, was die Attraktivität für Investoren weiter erhöht. Insgesamt markiert die Berichtsanalyse einen Meilenstein in der digitalen Transformation Belgiens und unterstreicht die Bedeutung der Rechenzentrumsinfrastruktur für die Zukunft der digitalen Wirtschaft.
