Uber-Mitarbeiter nutzen KI-Klon des Chefs zur Präsentationsvorbereitung
Einige Mitarbeiter von Uber nutzen eine KI-gestützte Nachbildung ihres CEO Dara Khosrowshahi, um sich auf Meetings mit ihm vorzubereiten, wie er kürzlich in einer Folge des Podcasts „The Diary of a CEO“ von Steven Bartlett erzählte. Laut Khosrowshahi haben Teams innerhalb des Unternehmens eine künstliche Version von ihm entwickelt, mit der sie Präsentationen üben. „Einige Teams haben einen ‚Dara-KI‘ gebaut“, sagte er. „Sie präsentieren ihre Inhalte zunächst der KI, um sie zu verfeinern, bevor sie sie mir vorstellen.“ Diese KI-„Nachbildung“ hilft Mitarbeitern, ihre Argumentation zu optimieren, ihre Folien anzupassen und den Ton ihrer Präsentation zu feilen – als eine Art virtueller Testlauf vor dem echten Chef. Obwohl nicht klar ist, wie weit verbreitet diese Praxis innerhalb von Uber ist, ist sie ein weiteres Beispiel dafür, wie Mitarbeiter KI-Tools kreativ nutzen, um sich auf anspruchsvolle berufliche Situationen vorzubereiten. Das Phänomen wirft zudem die Frage auf, wie tief KI in Unternehmensstrukturen vordringen wird – auch in Führungsebenen. Schon früher hatten CEOs wie Google-Chef Sundar Pichai angedeutet, dass KI irgendwann auch führende Positionen übernehmen könnte. Auf die Frage Bartletts, ob er sich Sorgen mache, dass die KI-Nachbildung einmal dem Vorstand vorgestellt werde, lachte Khosrowshahi: „Das wäre ein echter Wendepunkt.“ Dennoch betont der CEO, dass KI bislang noch nicht in der Lage ist, spontan auf neue Informationen zu reagieren oder komplexe strategische Entscheidungen zu treffen – etwas, das für Führungskräfte entscheidend ist. „Wenn die Modelle in Echtzeit lernen können, dann werde ich wirklich darüber nachdenken, ob wir alle ersetzt werden können“, sagte er. Er sieht in der KI vor allem ein Werkzeug zur Steigerung der Effizienz, nicht als Ersatz für menschliche Führung. Uber setzt KI bereits massiv in seinem Kerngeschäft ein – von der Routenplanung bis zur Preisgestaltung bei Fahrten. Zudem expandiert das Unternehmen mit seiner KI-Solutions-Sparte, bei der unabhängige Fachkräfte AI-Modelle für Kunden trainieren. Für Entwickler bedeutet dies auch neue Chancen: Laut Khosrowshahi sind etwa 30 % der Uber-Entwickler „Power-User“ von KI. Wenn KI die Produktivität der Ingenieure um 25 % steigern könnte, würde er lieber mehr Entwickler einstellen, um schneller voranzukommen. Gleichzeitig räumt er aber ein, dass KI auch zu einer Reduzierung der Personalstärke führen könnte: „Statt einen neuen Ingenieur einzustellen, könnte ich lieber mehr KI-Agenten einsetzen und mehr GPUs von Nvidia kaufen.“ In der Branche wird die Entwicklung mit Spannung verfolgt: Die Nutzung von KI-Clones für Führungskräfte ist ein Novum, das die Grenzen zwischen menschlicher Führung und automatisierter Entscheidungsfindung neu definiert. Experten sehen darin ein Zeichen dafür, dass KI nicht nur operative, sondern auch strategische Rollen übernehmen könnte – wenn die Technologie weiter an Reife gewinnt. Uber positioniert sich damit als Vorreiter in der Integration von KI in alle Ebenen des Unternehmens.
