Apptronik erhält 520 Mio. USD, um mit Apollo-Roboter chinesische Konkurrenz und Tesla zu schlagen
Apptronik hat mit einer neuen Finanzierungsrunde von 520 Millionen US-Dollar und einer Bewertung von fünf Milliarden Dollar einen entscheidenden Schritt in Richtung Marktreife seiner humanoiden Roboter Apollo unternommen. Die Firma aus Austin, Texas, die bereits 935 Millionen Dollar in ihrer Serie-A-Runde eingesammelt hat, wird durch B Capital, geleitet von Howard Morgan, und Google gemeinsam unterstützt. Ziel ist es, die Apollo-Roboter in der industriellen Produktion und Logistik massenweise einzusetzen – möglicherweise schneller als chinesische Konkurrenten wie Unitree oder Tesla mit seinem Optimus-Projekt. Aktuell laufen Pilotprojekte bei Partnern wie Mercedes-Benz, GXO Logistics und Jabil, wo die Roboter in durch Sensoren und Lichtschranken abgegrenzte Bereiche eingebunden sind und bei menschlicher Annäherung automatisch anhalten. Der CEO Jeff Cardenas betont, dass zukünftige Versionen „kooperatives Sicherheitsverhalten“ aufweisen sollen: Die Roboter sollen Menschen in der Werkstatt automatisch ausweichen, langsamer werden oder anhalten – wie ein menschlicher Mitarbeiter. Im Bereich der Automatisierung sehen Experten in Humanoiden einen entscheidenden Vorteil: Ein einziger Roboter kann Tausende verschiedene Aufgaben übernehmen, während herkömmliche Lösungen tausende spezialisierte Maschinen erfordern. Apptronik nutzt die Erkenntnisse aus diesen Piloten, um seine Systeme kontinuierlich zu verbessern. Besonders wichtig ist die Zusammenarbeit mit Google DeepMind und dessen Gemini Robotics-KI-Modellen, die die kognitiven Fähigkeiten der Apollo-Roboter maßgeblich stärken. Die Firma, die 2016 aus dem Human Centered Robotics Lab der University of Texas hervorging, zählt mittlerweile 300 Mitarbeiter und steht auf Platz 33 der CNBC Disruptor 50 Liste 2025. Während CEO Cardenas vorsichtig bleibt und keine konkreten Produktionsdaten oder Funktionen preisgibt, zeigt Morgan Vertrauen in die Marktpotenziale: Er erwartet ab 2027 Bestellungen im Wert von einer Milliarde Dollar, mit jährlichen Liefermengen von Apollo-Robotern zu einem Preis von etwa 80.000 Dollar – vergleichbar mit dem Preis eines Luxusautos. Dies sei „billig“, wenn man bedenkt, dass ein Mensch drei bis vier Schichten und Wochenenden arbeitet. Morgan kündigt zudem eine weitere Rekrutierung von mindestens 200 Mitarbeitern an und betont, dass die Finanzierung notwendig sei, um im Wettlauf um die führende Position in der humanoiden Robotik ernst genommen zu werden. Die enge Partnerschaft mit Google und die Investitionen in Infrastruktur, darunter ein neues Büro in Kalifornien, sollen Apptronik bis 2026 auf die Massenproduktion vorbereiten. Industrielle Beobachter sehen in Apptronik eine ernsthafte Herausforderung für Tesla und chinesische Roboterentwickler. Im Gegensatz zu Elon Musk, der oft spektakuläre Ankündigungen macht, setzt Apptronik auf eine fundierte, schrittweise Entwicklung – was die langfristige Glaubwürdigkeit stärkt. Die Kombination aus akademischer Herkunft, strategischen Partnern und künstlicher Intelligenz könnte Apptronik in der nächsten Phase der industriellen Automatisierung eine führende Rolle einräumen.
