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Blackstone-CTO: Einbruch von KI verändert Einstiegsingenieurwelt

Der CTO von Blackstone, John Stecher, hat seine Einschätzung zur Veränderung des Einstiegs in die Softwareentwicklung geäußert und dabei eine deutliche Entwicklung seit seiner eigenen Graduierung im Jahr 2001 herausgestellt. Damals, so erinnert er sich, galt der Beruf des Softwareingenieurs als „ultra-nervös“ und vor allem für äußerst introvertierte Menschen attraktiv – ein Profil, das er selbst damals eindeutig zugeordnet sah. Die Ausbildung war damals stark auf eigenständiges Lernen ausgerichtet: „Ich musste Bücher durchforsten, um zu lernen, wie man Code schreibt.“ Heute hingegen sei das Bild grundlegend anders. Mit der Verfügbarkeit von Suchmaschinen und KI-Tools wie Claude könne man fast jede Frage innerhalb von Sekunden beantwortet bekommen. Diese Veränderung hat auch die Hochschulen beeinflusst: Die Zahl der Studierenden im Fach Informatik an der University of Wisconsin-Madison stieg von etwa 260 im Jahr 2001 auf rund 2.500 im Herbst 2025 – ein deutliches Zeichen für die steigende Attraktivität des Fachs. Trotz dieser enormen technischen Fortschritte sieht Stecher jedoch eine Herausforderung: Die neuen Nachwuchsingenieure verfügen zwar über beeindruckende technische Fähigkeiten – „Ich bin jedes Jahr beeindruckt“, sagt er –, aber die Möglichkeit, durch praktische Erfahrung und Mentoring tiefergehendes Verständnis zu erlangen, ist heute eingeschränkter. Früher wurden neue Mitarbeiter oft mit der Entwicklung von Funktions-Tests betraut, was ihnen half, sich in konkreten Systemkomponenten zu orientieren und Verantwortung zu übernehmen. Heute übernehmen KI-Tools viele dieser grundlegenden Aufgaben, wodurch der Lernprozess weniger hands-on wird. Um diese Lücke zu schließen, hat Blackstone ein „Buddy-System“ eingeführt, bei dem Einsteiger mit erfahrenen Kollegen zusammenarbeiten. Ziel ist es, jungen Ingenieuren beizubringen, nicht nur zu nutzen, sondern auch kritisch zu hinterfragen, wann KI-Tools falsche oder unangemessene Lösungen liefern. „Die Fähigkeit, logische Probleme zu strukturieren, die richtigen Werkzeuge zu wählen und zu erkennen, wann die KI versagt, ist entscheidend“, betont Stecher. Dieser Fokus auf kritisches Denken und Werkzeugkompetenz – anstatt reiner Code-Produktion – sei der zentrale Wandel in der Einstiegslandschaft. Industriebeobachter sehen in Stechers Analyse eine Bestätigung der globalen Trendwende: Die Rolle des Softwareentwicklers wandelt sich von reinem Codierer hin zu einem Problemlöser, der Technologie strategisch einsetzt. Unternehmen wie Blackstone reagieren mit strukturierten Onboarding-Programmen, um die Lücke zwischen akademischem Wissen und praktischer Anwendung zu schließen. Die Zukunft der Softwareentwicklung liegt nicht mehr nur in der Beherrschung von Sprachen, sondern in der Fähigkeit, mit KI zusammenzuarbeiten – und zu wissen, wann man besser ohne sie auskommt.

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