Generative AI verändert Jobs unterschiedlich: Softwareentwicklung am stärksten betroffen, Pflege und Baugewerbe kaum
Generative KI verändert die Arbeitswelt zunehmend – doch nicht gleichmäßig. Laut einer neuen Analyse des Stellenportals Indeed, die den „GenAI Skill Transformation Index“ einführt, sind bestimmte Berufe stärker betroffen als andere. Der Index bewertet, wie stark generative KI die Ausführung von rund 2.900 beruflichen Fähigkeiten verändern könnte, ohne dabei zu beurteilen, ob menschliche Arbeit vollständig ersetzt wird. Stattdessen geht es um die Evolution von Aufgaben: Wie könnte KI unterstützen, ergänzen oder sogar übernehmen? Dabei wurden zwei zentrale Kriterien herangezogen: die Fähigkeit zu Problemlösung – also kognitives Denken, Anwendung von Wissen und praktische Urteilskraft – sowie die Notwendigkeit physischer Ausführung. Letztere bleibt bislang eine Domäne der Menschen, da allgemeine Robotik noch nicht weit genug fortgeschritten ist. Auf Basis dieser Kriterien wurden Fähigkeiten in vier Kategorien eingeteilt: minimal transformiert, assistiert transformiert, hybride Transformation und vollständig transformiert. Ein Jahr nach der ersten Version der Studie, bei der noch keine Fähigkeit als „sehr wahrscheinlich vollständig ersetzt“ eingestuft wurde, erhielten nun 19 Fähigkeiten (0,7 %) diese Bewertung – ein klares Zeichen für den rasanten Fortschritt von KI. Annina Hering und Arcenis Rojas vom Indeed Hiring Lab betonen: „GenAI wird immer intelligenter. Solange physische Ausführung nicht erforderlich ist – und das ist ein entscheidender Vorbehalt –, werden mit wachsenden Fähigkeiten immer mehr Aufgaben automatisierbar.“ Die Berufe, die am wenigsten von KI betroffen sind, sind Pflege, Kindertagesbetreuung und Baugewerbe. Diese Jobs sind stark von physischer Präsenz, emotionaler Intelligenz und individueller Anpassung geprägt – Fähigkeiten, die KI bislang nicht nachvollziehen kann. Im Gegensatz dazu steht Softwareentwicklung an der Spitze der Transformation: 81 % der zugehörigen Fähigkeiten werden als hybride Transformation klassifiziert, bei der KI die Arbeit vorantreibt, während Menschen Überwachung und Entscheidungsfindung übernehmen. Datenanalyse und Buchhaltung folgen dicht dahinter. Die zentrale Botschaft: Kein Beruf ist völlig immun, aber die Exposition variiert stark. Technische und informationsintensive Berufe sind besonders betroffen, während Berufe mit hohem menschlichen Kontakt und physischer Präsenz weiterhin sicherer sind. Für Unternehmen bedeutet dies, Arbeitsabläufe neu zu gestalten und Schulungsprogramme anzupassen. Für Arbeitnehmer gilt: Stärken wie physische Geschicklichkeit, emotionale Intelligenz und kritische Einschätzung werden immer wertvoller – Fähigkeiten, die KI nicht nachahmen kann. Die Analyse zeigt, dass die Zukunft der Arbeit nicht von vollständiger Automatisierung, sondern von einer tiefgreifenden Kooperation zwischen Mensch und KI geprägt sein wird. Wer sich auf die einzigartigen menschlichen Qualitäten konzentriert, bleibt auch in einer KI-dominierten Arbeitswelt gefragt.
