YouTuber sued Snap wegen Urheberrechtsverletzung bei KI-Training
Einige YouTuber haben Snap vor Gericht gebracht, weil sie behaupten, dass das Unternehmen ihre Videoinhalte ohne Genehmigung zum Trainieren seiner KI-Modelle genutzt habe. Die Kläger, die hinter drei YouTube-Kanälen mit insgesamt rund 6,2 Millionen Abonnenten stehen, werfen Snap vor, seine KI-Funktionen – darunter der „Imagine Lens“-Feature, mit dem Nutzer Bilder per Textbefehl bearbeiten können – auf ihren Inhalten aufgebaut zu haben. Die Klage, die am Freitag beim U.S. District Court für den Zentralen Bezirk Kalifornien eingereicht wurde, konzentriert sich auf die Nutzung von großskaligen Datensätzen wie HD-VILA-100M, die ursprünglich für akademische Forschung bestimmt waren. Die Kläger argumentieren, dass Snap diese Daten für kommerzielle Zwecke nutzte, indem es technische Schutzmaßnahmen von YouTube umging, die Nutzungsbedingungen und Lizenzbestimmungen verletzte. Die Klage wird von den Schöpfern des h3h3-Kanals mit 5,52 Millionen Abonnenten angeführt, sowie den kleineren Golf-Kanälen MrShortGame Golf und Golfoholics. Sie fordern gesetzliche Schadensersatzleistungen und eine dauerhafte Unterlassung, um zukünftige Urheberrechtsverletzungen zu verhindern. Die Aktion ist Teil einer wachsenden Welle von Klagen gegen KI-Unternehmen, in denen Inhaltschöpfer, Autoren, Verlage und Künstler gegen Tech-Riesen vorgehen, die ihre Inhalte ohne Zustimmung für KI-Trainingszwecke nutzen. Bisher wurden nach Angaben der Non-Profit-Organisation Copyright Alliance über 70 solcher Urheberrechtsklagen gegen KI-Unternehmen eingereicht. Bereits früher hatten die Kläger ähnliche Prozesse gegen Nvidia, Meta und ByteDance eingeleitet. In einigen Fällen, wie etwa gegen Meta in einem Fall mit Autoren, entschied ein Richter zugunsten des Tech-Unternehmens. In anderen, wie bei Anthropic, kam es zu außergerichtlichen Einigungen, bei denen die KI-Firma Zahlungen an die Kläger leistete. Viele dieser Verfahren laufen weiterhin. Snap wurde zur Stellungnahme angefragt. TechCrunch wird aktualisieren, falls eine Antwort vorliegt. Die Klage unterstreicht die zunehmende Spannung zwischen KI-Entwicklung und Urheberrechten. Experten warnen, dass die ungenehmigte Nutzung von Nutzerinhalten zur KI-Training, selbst wenn sie aus öffentlich zugänglichen Quellen stammen, juristisch riskant sein kann – besonders, wenn kommerzielle Vorteile erzielt werden. Die Fallstricke liegen in der Frage, ob solche Nutzung unter dem Schutz des „Fair Use“-Prinzips fällt, was in den USA umstritten ist. Die Entscheidung in diesem Fall könnte einen Präzedenzfall für zukünftige KI- und Urheberrechtskonflikte setzen. Snap, das mit seinen KI-Features wie dem Imagine Lens auf wachsende Nutzerakzeptanz setzt, steht nun vor einer schwerwiegenden rechtlichen Herausforderung. Die Klage könnte auch andere Plattformen dazu bewegen, ihre Datenverarbeitungspraktiken zu überprüfen, um künftig Rechtsrisiken zu minimieren.
