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KI-Modell misst Mesotheliome präziser als Ärzte

Das niederländische Krebsforschungsinstitut NKI hat ein künstliches Intelligenz-Modell mit dem Namen ARTIMES entwickelt, das die Beurteilung von pleuralem Mesotheliom grundlegend verändert. Bisher stützten sich Ärzte weltweit auf die RECIST-Kriterien, die auf der linearen Vermessung von Tumordurchmessern basieren. Diese Methode ist bei Mesotheliom ungeeignet, da sich die Krebszellen als dünne, unregelmäßige Schicht entlang der Lungenwand ausbreiten. Die daraus resultierende Ungenauigkeit führte bei Patienten und Behandlungsteams häufig zu Unsicherheiten und verzögerten Therapieentscheidungen. ARTIMES löst dieses Problem, indem es automatisch das gesamte Tumorvolumen in CT-Scans erfasst und mit Vorher-Aufnahmen abgleicht. Der manuelle Pixel-Check, der für Radiologen nicht praktikabel wäre, wird durch die KI effizient automatisiert. Die Entwicklung basiert auf einer Validierung mit über elftausend CT-Scans von mehr als zweitausend Patienten aus hundert einundzwanzig Kliniken weltweit. In einer im Fachjournal Lancet Oncology veröffentlichten Studie belegten die Forscher, darunter der technische Arzt Kevin Groot Lipman und Pneumologe Sjaak Burgers, dass die KI die menschliche Beurteilung signifikant übertrifft. Ein entscheidender Faktor für die klinische Sicherheit ist, dass jede KI-Messung verbindlich von einem Arzt geprüft wird. Durch die präzise Volumenanalyse lassen sich Therapieansprechen und Resistenzen früher erkennen. Patienten können damit unnötige Nebenwirkungen vermeiden, frühzeitig auf wirksamere Behandlungen umstellen und gleichzeitig die Behandlungskosten gesenkt werden. Aufgrund aktueller EU-Regulierungen ist ARTIMES zunächst nur für medizinisches Personal des NKI freigegeben. Das Institut arbeitet jedoch aktiv an der Zulassung für andere Krankenhäuser und erwartet eine Vereinfachung des Approbationsprozesses für derartige Medizinprodukte auf europäischer Ebene. Parallel dazu steht das Modell öffentlich für Forschungszwecke zur Verfügung. Erste Tests mit Daten aus acht klinischen Studien zeigen, dass ARTIMES die Genauigkeit und Effizienz von Therapiestudien erheblich steigert, da neue Wirkstoffe schneller und zuverlässiger auf ihre Wirksamkeit hin evaluiert werden können. Mit der erfolgreichen Integration in die Onkologie ebnet NKI den Weg für weitere KI-gestützte Diagnosewerkzeuge, darunter Modelle zur Lungentumorbewertung und der Erkennung von Hirnmetastasen. Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass volumenbasierte KI-Verfahren nicht nur Mesotheliom, sondern eine Vielzahl anderer Krebserkrankungen präziser und patientenschonender behandelbar machen werden.

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