Hinton warnt vor Massenarbeitslosigkeit durch KI
Geoffrey Hinton, der als „Vater der Künstlichen Intelligenz“ gilt, hat bei einer Diskussion an der Georgetown University mit Senatoren Bernie Sanders eine dringende Warnung an Unternehmenslenker ausgesprochen. Hinton, Träger des Nobelpreises für seine bahnbrechenden Beiträge zur maschinellen Lernens, betonte, dass viele CEOs, darunter multimilliardenschwere Tech-Größen wie Elon Musk oder Larry Ellison, die sozialen Konsequenzen einer massiven Arbeitsplatzvernichtung durch KI und Automatisierung unterschätzen. Er kritisierte, dass diese Führungskräfte nicht ausreichend über die langfristigen Folgen nachdenken, insbesondere die Tatsache, dass ein funktionierender Wirtschaftsmodus auf Konsumenten basiert – und wenn keine Menschen mehr bezahlt werden, gibt es niemanden, der ihre Produkte kauft. Hinton warnte vor einer tiefgreifenden sozialen Störung, die entstehen könnte, wenn die Arbeitslosigkeit durch KI dramatisch ansteigt. Sanders stellte Beispiele aus der Praxis vor: Bill Gates hatte bereits vor Jahren prognostiziert, dass Menschen für viele Aufgaben nicht mehr nötig sein würden, und Dario Amodei, CEO von Anthropic, hatte kürzlich vor der Zerstörung der Hälfte aller Einstiegspositionen im Büroberuf gewarnt. Hinton bestätigte diese Einschätzungen als „wahrscheinlich richtig“. Er betonte, dass KI zwar heute noch Fehler macht, aber in einem frühen Entwicklungsstadium stehe, das sich rasant weiterentwickle. Die gängigen Behauptungen, KI werde keine Arbeitsplätze ersetzen, seien irreführend. Hinton warnte zudem, dass KI nicht annähernd so viele neue Jobs schaffen werde, wie sie vernichte. Obwohl neue Berufe wie „Prompt-Engineer“ entstehen könnten, seien diese nicht in der Menge oder Breite ausreichend, um die Verluste auszugleichen. Musk hatte kürzlich auf Joe Rogans Podcast gesagt, dass Bürojobs „mit beschleunigtem Tempo“ durch KI ersetzt werden. In einer „guten“ Zukunft könnte Arbeit optional werden, da KI und Roboter für ein universelles hohes Einkommen sorgen würden – doch der Weg dorthin sei mit erheblichem sozialen Chaos verbunden. Auch Sam Altman von OpenAI befürwortet eine Form von Grundeinkommen, um die Folgen der KI-Revolution abzufedern. Unternehmen wie Amazon, Shopify und Duolingo zeigen bereits, wie KI in die Personalplanung integriert wird: Amazon entließ 14.000 Mitarbeiter, wobei CEO Andy Jassy die KI nicht als Grund nannte, sondern eine „Kultur“-Problematik. Dennoch haben Unternehmen wie Shopify und Duolingo klare Anforderungen aufgestellt, dass Kandidaten nachweisen müssen, dass KI ihre Rolle nicht übernehmen kann. Die Studierenden der Georgetown University, die an der Diskussion teilnahmen, zeigten deutlich, dass sie die Risiken von KI für ihre berufliche Zukunft sehen. Als Sanders fragte, ob KI ihre Zukunft eher fördern oder schädigen würde, dominierten die Hände, die für die negative Option erhoben wurden. In der Branche wird Hintons Warnung als ernst genommen. Experten betonen, dass die KI-Transformation nicht nur technologisch, sondern auch gesellschaftspolitisch und wirtschaftlich tiefgreifend ist. Unternehmen wie Google, Microsoft und Meta investieren massiv in KI, doch fehlt bislang ein konsensueller Ansatz zur Umgangsstrategie mit dem Arbeitsplatzverlust. Hinton plädiert für eine umfassende Debatte – nicht nur über Technologie, sondern über die Zukunft der Arbeit und des Wohlstands.
