Mobile Wallets überholen Karten bis 2027 – AI und Regulierung treiben Innovation
In der Region Asien-Pazifik wird der digitale Zahlungsverkehr bis 2028 voraussichtlich auf 1,5 Billionen nicht-barer Transaktionen anwachsen. Laut dem neuen Bericht „Asia-Pacific Digital Payments 2025“ von ResearchAndMarkets.com werden mobile Wallets bis 2027 die traditionellen Karten als dominierende Zahlungsmethode an den Point-of-Sale-Stellen übertreffen – mit einem Anteil von 66 % gegenüber 50 % im Jahr 2023. Dieser Wandel wird vor allem von Ländern wie China, Indonesien und Südkorea vorangetrieben, die durch QR-Code-Ökosysteme, Super-Apps wie WeChat Pay und Alipay sowie staatliche Förderprogramme die digitale Zahlungsinfrastruktur massiv ausbauen. In China erreicht die mobile Wallet-Adoption bereits hohe Niveaus: Über 80 % der Erwachsenen nutzen WeChat Pay oder Alipay, wobei WeChat Pay allein mehr als 60 % der täglichen Zahlungen abdeckt. In Südkorea ist die Integration von Samsung Pay und einfache Zahlungsdienste in Smartphones weit verbreitet, während Indonesien mit seinem nationalen QR-System QRIS die Interoperabilität zwischen verschiedenen Anbietern verbessert. Trotz des rasanten Aufstiegs digitaler Wallets bleiben Karten in Ländern wie Japan und Australien weiterhin stark präsent, unterstützt durch vertrauenswürdige Systeme, Treueprogramme und hohe Akzeptanz. In Japan bleibt Bargeld weiterhin weit verbreitet, besonders im stationären Einzelhandel, obwohl die Regierung durch Steueranreize und Ziele für eine „kassenlose Gesellschaft“ den Wandel beschleunigen will. In Hongkong, Vietnam und Malaysia bleibt Bargeld auch in der Zukunft ein dominierender Zahlungsmittel, insbesondere für kleinere, lokale Transaktionen. Künstliche Intelligenz (KI) wird zu einer zentralen Triebkraft der Innovationskraft im Zahlungssektor. Visa hat bereits über 3 Milliarden US-Dollar in KI-Tools wie Visa Protect investiert, um Echtzeit-Betrugsprävention zu stärken. In Südostasien erwarten Unternehmen bis 2027 Kosteneinsparungen von 7 bis 9 Prozent und Umsatzsteigerungen von bis zu 9 Prozent durch KI- und GenAI-Anwendungen in der Finanzautomation, Kreditvergabe und Prozessoptimierung. Allerdings variiert die Adoption je nach Markt – während technologieaffine Märkte wie Singapur und Südkorea schnell voranschreiten, hinken Entwicklungsländer hinterher. Regulatorische Initiativen spielen eine entscheidende Rolle bei der Vernetzung der regionalen Zahlungssysteme. Indiens UPI-System wird international ausgebaut, China testet den digitalen Yuan (e-CNY), und Indonesien etabliert ein einheitliches QR-System. Diese Maßnahmen reduzieren Fragmentierung, erleichtern grenzüberschreitende Zahlungen und schaffen neue Chancen für regionale und globale E-Commerce-Transaktionen. Bewertung durch Branchenexperten: Industrieanalysten sehen in der Dominanz mobiler Wallets und der KI-Integration eine strukturelle Transformation des Zahlungsverkehrs. „Die Region Asien-Pazifik ist weltweit führend bei der Digitalisierung der Zahlungen – nicht nur durch Technologie, sondern auch durch enge Zusammenarbeit zwischen Staat, Banken und Tech-Giganten“, sagt ein Experte von McKinsey. Unternehmen wie Alipay, GrabPay und GoTo sind dabei Schlüsselakteure, die durch Ökosysteme nicht nur Zahlungen, sondern auch Finanzdienstleistungen, Logistik und Einzelhandel integrieren. Die KI-Revolution wird jedoch nur dann voll ausgeschöpft, wenn Datenschutz, regulatorische Rahmenbedingungen und digitale Inklusion gleichzeitig vorangetrieben werden. Die Zukunft der Zahlungen liegt in einer hybriden, intelligenten und zugänglichen Infrastruktur – und Asien-Pazifik ist hier die Labor- und Testzone für die globale Zahlungswelt.
