AI-Blase droht weltweiten Crash – Microsoft-Absturz als Warnung
Erik Gordon, Professor für Unternehmertum an der Ross School of Business der University of Michigan, warnt vor einer weltweiten Spekulationsblase im Bereich Künstliche Intelligenz, die er mit dem Planeten Jupiter vergleicht. In einer E-Mail an Business Insider beschreibt er die derzeitige Entwicklung um AI als eine überzogene, finanziell gefährliche Blase, deren Platzen katastrophale Folgen haben könnte. Besonders betroffen wären große institutionelle Anleger sowie Privatanleger, die auf eine weiter steigende Bewertung der AI-Unternehmen gesetzt haben. Ein signifikantes Indiz für die Spannungen in diesem Markt sei der Einbruch der Microsoft-Aktie um über 6 Prozent nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen, obwohl die Ergebnisse die Erwartungen übertroffen hatten. Laut Gordon ist der Grund dafür nicht die schlechte Performance, sondern die immensen Investitionen in AI: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2024 stieg der Cashflow aus Investitionen bei Microsoft um 95 Prozent auf über 57 Milliarden US-Dollar – hauptsächlich durch den Kauf von Datenzentren und anderen Sachanlagen im Umfang von 49 Milliarden Dollar. Diese Ausgaben, so Gordon, sind ein Warnsignal für die kommende Korrektur. Während Microsofts Marktkapitalisierung seit Anfang 2023 auf über 3,5 Billionen Dollar gestiegen war, entwickelten sich auch andere AI-Player extrem stark: Nvidia-Aktien stiegen um das 13-Fache, die Marktkapitalisierung erreichte knapp 4,7 Billionen Dollar – mehr als 20-mal den erwarteten Umsatz für das laufende Geschäftsjahr. Palantir legte sogar um das 25-Fache zu und erreichte eine Bewertung von 375 Milliarden Dollar, was etwa 85-mal das prognostizierte Ergebnis für 2025 entspricht. Gordon betont, dass er nicht erwartet, dass die Blase in den nächsten Monaten platzt, da noch ausreichend Kapital vorhanden sei, um die Preise künstlich hochzuhalten, und die technologischen Fortschritte weiterhin die Aufmerksamkeit der Märkte binden. Dennoch warnt er vor einer besonders schmerzhaften Korrektur, die schwerer wiegen könnte als die Folgen der Dotcom-Blase. Trotz seiner Warnungen haben die Märkte bisher die Kursrally weiter fortgesetzt, was die Spannung zwischen fundierter Bewertung und Spekulationsdruck unterstreicht. In der Branche wird Gordons Sichtweise kontrovers diskutiert. Während einige Experten seine Warnungen als überzogen betrachten, sehen andere in der übermäßigen Bewertung von AI-Unternehmen ein echtes Risiko, besonders wenn die technologischen Erträge nicht die hohen Erwartungen erfüllen. Microsoft bleibt trotz der kurzfristigen Korrektur ein zentraler Akteur im AI-Ökosystem, insbesondere durch seine Partnerschaften mit OpenAI und die Ausweitung seiner Cloud-Infrastruktur. Nvidia gilt weiterhin als Schlüsselplayer im Chip-Markt, wobei die Nachfrage nach AI-Chips auf hohem Niveau bleibt. Palantir hat sich von einem reinen Datenanalyseunternehmen zu einem wichtigen AI-Infrastrukturanbieter entwickelt. Die Frage, ob die derzeitigen Bewertungen nachhaltig sind oder nur eine Blase, die früher oder später platzen wird, bleibt offen – doch die Spannung zwischen technologischem Potenzial und finanzieller Realität wächst.
